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Amtsblatt Lollar
Ausgabe 7/2020
Stadtnachrichten
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Informationsveranstaltung „Jugendgerechte Kommune“

stieß auf großes Interesse

Buseck- Norbert Weigelt, Vorsitzender der Gemeindevertretung Buseck, konnte am vergangenen Dienstag bei der von ihm in Kooperation mit dem Busecker Jugendpfleger Andreas Geck und dem Bürgermeister Dirk Haas initiierten Veranstaltung zum Thema „Jugendgerechte Kommunen“ im Nordkreis im Busecker Kulturzentrum eine breit gefächerte Zuhörerschaft begrüßen. In seiner Begrüßungsrede führte Weigelt aus, dass es für die Kommunen existentiell sei, Jugendliche zu motivieren am demokratischen Prozess in der Kommualpolitik teilhaben zu lassen. Wer diese wichtige Aufgabe ignoriere, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Kommualparlamente nicht mehr genügende Bewerber für die Kommualwahlen zur Verfügung stehen.

Bürgermeister, Gemeindevorstandsmitglieder, Gemeinde- und StadtverordnetenvertreterInnen sowie JugendpflegerInnen und weitere in der Jugendarbeit tätige pädagogische MitarbeiterInnen aus Allendorf/Lda., Buseck, Fernwald, Grünberg, Lich, Pohlheim, Rabenau, Reiskichen und Staufenberg waren gekommen, um dem Referenten Winfried Pletzer, einem ausgewiesenen Experten für Kommunale Jugendpolitik zu lauschen.

Bevor Winfried Pletzer mit seinem Vortrag begann, begrüßte Frau Ingrid Macht, Teamleiterin der Jugendförderung des Landkreises Gießen, die Anwesenden auch im Namen des hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Herrn Hans-Peter Stock ganz herzlich.

Sie freute sich, dass das Projekt „Jugendgerechte Kommunen“ nach monatelanger Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis der Kommunalen Jugendpflegen inzwischen auf stabilen Füßen steht und dass der Landkreis Gießen inzwischen ein Kooperationsangebot für die Städte und Gemeinden im Landkreis Gießen zur Umsetzung, Zusammenarbeit und Unterstützung der Initiative „Jugendgerechter Landkreis Gießen und jugendgerechte Städte und Gemeinden - gute Jugendpolitik für die lebenswerten Orte von Morgen“ gemacht hat. Sie lobte vor allem die Gemeinde Buseck und deren Engagement im Bereich der Jugendarbeit; begleitet und unterstützt der Jugendpfleger doch schon seit über 20 Jahren den dortigen Kinder- und Jugendbeirat bei dessen Vorhaben.

Winfried Pletzer betonte zu Beginn seines Vortrags, dass Kommunalpolitik meist nur von und mit älteren Menschen stattfindet. Seit 2016 steige das Interesse an politischen Themen bei jungen Menschen, so Pletzer. Deshalb fordert er die Kommunen auf, nicht nur über Jugendliche zu sprechen, sondern mit ihnen zu sprechen und sie einzuladen, die Politik mitzugestalten. Wichtige Themen der Jugend seien nachweislich Klima, Umwelt und Energie, Internationale Krisen, Migration und Zuwanderung aber auch Soziale Gerechtigkeit. Leider glauben nur 15 % der Jugendlichen, dass sich die Kommunalpolitik für die Belange der jungen Menschen interessiert. Es heißt also Schnittmengen zu finden, zwischen den Themen der Jugend und den kommunalpolitischen Aufgaben, die da u.a. sind: Verkehr, ÖPNV, Infrastuktur, Klima, Umweltschutz, Energie, Wohnung, Mieten, Kulturelles Leben. Deshalb sei eine solche Veranstaltung wichtig; auch und vor allem, damit Demokratie weiterhin funktioniert.

Er gab den Politikern zu bedenken, dass Kindheit und Jugend sich inzwischen nicht mehr nur im Familiensystem, sondern in Verschränkung mehrere Akteure abspielt.

Private Personen und öffentliche Träger tragen die Verantwortung für das

Aufwachsen junger Menschen. Jugendgerechte Städte und Gemeinden sind ein Standortfaktor für die Kommunen und die Wirtschaft.

Pletzer stellte u.a. mit Hilfe von Erhebungen aus den vergangenen Jahren an Hand des Demographie-Atlasses des Landkreises Gießen die aktuelle Situation in den Nordkreis-Kommunen dar, ihre Entwicklung und auch die möglichen Perspektiven. Er fordert die KommunalpolitkerInnen auf, sich die Frage zu stellen: „Was suchen und lieben junge Menschen in ihrer Heimat?“ und stellt die These auf: „Nur eine vor Ort gestaltete Jugendpolitik, die die Bedürfnisse ihrer jungen Menschen ernst nimmt und aufgreift, formt sich zu einer gelingenden Kommunalen Jugendpolitik“.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer der Veranstaltung bedankten sich für die Impulse und waren sich am Ende einig: Daran wollen wir zukünftig arbeiten!