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Stadtanzeiger Tann (Rhön)
Ausgabe 12/2026
Kirchliche Nachrichten
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Landeskirchliche Gemeinschaft Wendershausen

Wochenspruch

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.

Matthäus 20,28

Herzliche Einladung

Sonntag 22. März

Beginn 18:00 Uhr

Gottesdienst

Dienstag 24. März

Beginn 14:45 Uhr

Frauenstunde

Der alte Brunnen

Als Junge verbrachte ich jeden Sommer mit meiner Familie in einem alten Bauernhaus. Das Haus war schon hundertfünfzig Jahre alt, als es in den Besitz meiner Familie kam. Und es war nie modernisiert worden. Da mein Vater Pastor an einer recht bescheidenen Kirche war, hatten wir immer nur wenig Geld; deshalb lebten wir lange Zeit sehr einfach in diesem Haus, ohne die Vorteile der Elektrizität oder moderner Installationen. Unser Wasservorrat während dieser Jahre kam aus einem alten Brunnen, der draußen vor der Haustür stand.

Das Wasser aus diesem Brunnen war ungewöhnlich kalt und rein und köstlich zu trinken. Und noch etwas war außerordentlich an diesem Brunnen: Er trocknete niemals aus. Selbst in der großen sommerlichen Dürre, wenn andere Leute gezwungen waren, sich ihr Trinkwasser aus dem See zu holen, gab unser alter Brunnen getreu sein kühles, klares Wasser.

Dann schließlich kam eine Zeit, da sich die familiären Vermögensverhältnisse besserten, und man beschloss, das Haus zu modernisieren. Elektrizität verdrängte nun die alten Petroleumlampen, ein elektrischer Ofen trat an die Stelle des altmodischen Ölbrenners, und eine moderne Wasserleitung wurde installiert.

Dafür war eine neue Wasserstelle nötig und so wurde ein tiefer artesischer Brunnen gebohrt, ein gutes Stück vom Haus entfernt. Der alte Brunnen bei der Haustür, den man jetzt nicht mehr brauchte, wurde versiegelt, für den Fall, dass aus irgendeinem unvorhergesehenen Grund der künstliche Brunnen einmal nicht ausreichen würde.

So blieb es mehrere Jahre, bis ich eines Tages, aus Neugier und Anhänglichkeit den alten Brunnen abdecken wollte, um seinen jetzigen Zustand zu untersuchen. Als ich den Deckel abnahm, erwartete ich ganz selbstverständlich die dunkle, kühle, feuchte Tiefe zu sehen, die mir von meiner Kindheit her so vertraut war.

Doch zu meinem Schrecken musste ich feststellen, dass der Brunnen völlig ausgetrocknet war. Wir mussten etliche Nachforschungen anstellen, um zu begreifen, was geschehen war. Ein Brunnen dieser Art wird von Hunderten winziger Bäche gespeist, die unter der Erde für einen ständigen Wasservorrat sorgen.

Wenn dem Brunnen Wasser entnommen wird, sickert neues Wasser durch die Bächlein nach, wodurch die winzigen Öffnungen rein und offen gehalten werden. Wird aber ein solcher Brunnen nicht benutzt und wird ihm nicht regelmäßig Wasser entnommen, dann versiegen die kleinen Bäche.

Unsere Quelle, die so viele Jahre lang ununterbrochen Wasser gegeben hatte, war nicht deshalb trocken geworden, weil kein Wasser da gewesen wäre, sondern weil sie nicht benutzt worden war. Autor unbekannt.

Lass auch Du deine innere Quelle nicht versiegen, du darfst jeden Tag von der besten Quelle Wasser schöpfen, die es auf Erden gibt, und das auch noch umsonst – Jesus Christus.

Info: Landeskirchliche Gemeinschaft (LKG.), Hauptstr. 61, 36142 Tann / H. Limpert