Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Sonntag, 26. Juli | |
| Beginn 15:00 Uhr | Gottesdienst m. Wilfried Schmidt |
Dienstag, 28. Juli | |
| Beginn 14:45 Uhr | Frauenstunde danach Sommerpause Beginn wieder 15 September |
In längst vergangenen Zeiten, im neunten Jahrhundert, fiel ein kriegerisches Wikingervolk nach England ein. Es waren unruhige Zeiten. Die Wikinger kamen mit Kriegsschiffen, deren Vorderteile mit hölzernen Drachenköpfen verziert waren. Sie trugen Helme mit Hörnern aus Stahl und überall, wohin sie kamen, plünderten sie, töteten Menschen und verbrannten Häuser sowie Kirchen. Die Engländer flohen vor ihnen, bis der tapfere König Alfred sich für den Kampf auf Land und See rüstete. Anfangs hatte er Erfolg, doch eines Tages wurden seine Truppen geschlagen. Die Wikinger siegten, und der König musste aus seiner Burg fliehen und verkleidet als Landstreicher im Wald von Somerset untertauchen.
Der Anführer der Wikinger, Fürst Guthrum, setzte eine hohe Belohnung auf seinen Kopf aus, sodass König Alfred nur wenigen Menschen voll vertrauen konnte und selten unter Leute ging. Einer der wenigen, denen der König uneingeschränkt vertraute, war der Hirte Ulfrik. Er liebte seinen König sehr und würde ihn niemals verraten. Ulfrik bot dem König an, in seiner Hütte zu wohnen. Wegen der Redseligkeit seiner Frau sagte Ulfrik ihr nicht, wer ihr Gast war.
König Alfred war tief betrübt. Stundenlang saß er regungslos an einem Ort, dachte über sein verlorenes Königreich nach und schmiedete Pläne für einen neuen Feldzug gegen die Wikinger. Die Frau des Hirten sah wenig Sinn darin, einen gesunden Mann tagelang grübelnd am Tisch sitzen zu sehen. Es gab viel Arbeit, und sie verstand nicht, wie ihr Mann so einen Faulenzer im Haus ertragen konnte. Sie beschloss, zu warten, bis Ulfrik zu seiner Herde aufbrach, um dann dem ungebetenen Gast ihre Meinung mitzuteilen. Kaum war Ulfrik aus dem Blickfeld verschwunden, trat sie zu König Alfred und sagte: „Sieh mal, bei uns sitzt niemand untätig herum! Von dir hat man nicht viel Nutzen, aber du kannst wenigstens den Fladen am Herd bewachen, bis ich Wasser hole. Wenn er anbrennt, drehst du ihn um, und ist die andere Seite braun, nimm ihn vom Herd.“
König Alfred saß vor dem Ofen und starrte ins Feuer, vielleicht sah er im Flammentanz Bilder des Sieges. Oh, wenn er nur erneut seine Truppen sammeln könnte... wenn sie wieder den Feind schlagen könnten... wenn er noch einmal mit seinen Offizieren sprechen dürfte ...
Eine Ohrfeige und ein Schwall ärgerlicher Worte rissen ihn aus seinen Siegesträumen zurück in die Wirklichkeit. Er erwachte und roch den verbrannten Geruch.
Etwas war angebrannt... Genau, der Fladen! Er war pechschwarz, und die Frau des Hauses stand wütend vor ihm. „Du Faulpelz und Nichtsnutz!“ schrie sie.
„Was hast du angerichtet?
Man kann dir nicht einmal eine Kleinigkeit anvertrauen...“ „Frau, was tust du?“ erklang in diesem Moment Ulfriks Stimme an der Tür. Doch er merkte, dass er sie jetzt nicht so leicht aufhalten konnte, und fügte zögernd hinzu: „Schweig doch endlich!
Erkennst du deinen König denn nicht?“ Was weiter geschah, wissen wir nicht genau. Alfred war ein gütiger und gerechter Mann und sicherlich hatte er Mitleid mit der Frau, denn auch er war an dem Missgeschick schuld. Es ist bekannt, dass er schließlich mutige Männer unter seinen Bannern versammelte und die Eindringlinge besiegte. Danach kehrte Alfred der Große in seine Burg zurück und regierte sein Land noch viele Jahre. Er wurde geliebt und respektiert. Er vergaß niemals, dass Ulfrik ihm in schweren Tagen Schutz gewährt hatte. Für dessen Treue nahm der König den Hirten an seinen Hof und machte ihn zu einem seiner Vertrauten. Die Frau Ulfriks fühlte sich wohl noch lange Zeit unbehaglich vor ihrem König, den sie nicht erkannt hatte, als er verkleidet ihr Haus betrat.
Als Jesus sein himmlisches Zuhause verließ und als Mensch in die Welt kam, erkannten nicht alle das göttliche Kind: Der Wirt schloss ihm die Tür; seine Brüder und Nachbarn sahen in ihm nur einen gewöhnlichen Jungen; viele sahen in ihm lediglich einen guten Menschen oder Propheten. Nur wenige nahmen ihn als Gott an: die Hirten, die Weisen aus dem Osten, seine Eltern, die Jünger und einige Geheilte.
Auch ein römischer Hauptmann und ein Räuber, der mit ihm gekreuzigt wurde, erkannten ihn an. „Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, und die Welt erkannte ihn nicht. Er kam zu dem, was sein eigen war, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind“ (Johannes 1,10-13).
Der Herr kam nicht in prächtigen Königskleidern, wie viele erwartet hatten, er wurde nicht in einem glanzvollen Königspalast geboren. Er lag in einer Krippe, im Stall, in einfache Tücher gewickelt ... Gott kommt auch heute zu uns, doch viele erkennen ihn nicht oder wollen ihn nicht kennen! Jesus Christus sagte: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, werde ich zu ihm eingehen und das Abendmahl mit ihm halten, und er mit mir“ (Offenbarung 3,20).
Quelle unbekannt
Info: Landeskirchl. Gemeinschaft ( LKG.), Hauptstr.61, 36142 Tann / H. Limpert