Titel Logo
Stadtanzeiger Tann (Rhön)
Ausgabe 9/2026
Kirchliche Nachrichten
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Landeskirchliche Gemeinschaft Wendershausen

Wochenspruch

Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Römer 5,8

Herzliche Einladung

Sonntag, 01. März.

Kein Gottesdienst

Dienstag, 03. März

Beginn 14:45 Uhr

Frauenstunde

Mittwoch, 04. März

Beginn 18:00 Uhr

Gebetskreis

Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen.

Jesaja 53,5
Der Prügelknabe

„Da musste ich mal wieder als Prügelknabe herhalten!“ Wir alle kennen diesen Ausdruck, wenn wir für die Fehler oder das Fehlverhalten anderer büßen müssen. Doch was viele nicht wissen: Der Begriff geht auf eine tatsächliche Praxis im englischen und französischen Königshaus zurück. Dort wurden Jungen aus dem einfachen Volk zusammen mit dem Prinzen erzogen, sodass eine enge emotionale Beziehung zwischen den beiden Kindern entstand. Lies sich der Thronfolger irgendetwas zuschulden kommen, das nach den Maßstäben der Zeit Prügel verdiente, dann konnte er nicht bestraft werden, denn es galt als Sakrileg, Hand an den zukünftigen Regenten zu legen. Dass aber auch ein Prinz erzogen werden musste, war klar. So wollte man das Herz des Thronfolgers dadurch erreichen, dass er zusehen musste, wie sein Freund an seiner Stelle bestraft wurde.

Tatsächlich waren die Könige ihren ehemaligen Prügelknaben oft sehr dankbar. William Murray beispielsweise wurde 1643 von König Charles I. als Dank für seine Dienste in den Stand eines Earl (Graf) erhoben.

Die Institution „Prügelknabe“ erscheint uns heutzutage mehr als fragwürdig - zu Recht. Mich hat sie aber an eine große Wahrheit erinnert, die den Kern der biblischen Botschaft bildet: Jesus Christus kam als Sohn des höchsten Königs (Gott) auf diese Erde. Doch anstatt die Unantastbarkeit einzufordern, die ihm eigentlich zugestanden hätte, wurde er freiwillig zum „Prügelknaben“ für unsere Vergehen. Gott strafte ihn, den Unschuldigen, für das, was wir uns haben zuschulden kommen lassen. „Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden“, geht unser Vers weiter. Am Ende hat Gott seinen Sohn für seine Hingabe geehrt und ihn über alle Gewalten erhöht (Philipper 2,9). Doch wie sieht es mit unserem Dank ihm gegenüber aus?

(aus Leben ist mehr - Elisabeth Weise)

Info: Landeskirchl. Gemeinschaft ( LKG.), Hauptstr.61, 36142 Tann / H. Limpert