Seit vielen Jahren finden an der Guckelmühle zwischen Münster und Weyer Pilgergottesdienste der Evangelischen Kirchengemeinden im Laubustal statt, inzwischen auch unter Beteiligung von Christinnen und Christen benachbarter Gemeinden. Auf dem Gelände der Guckelmühle lebt zudem der kürzlich aus dem Gemeindedienst verabschiedete Pfarrer Jörg-Michael Keller.
Lange war unklar, ob dort noch einmal ein Pilgergottesdienst stattfinden würde. Keller wurde bereits an Pfingsten entpflichtet, und auch Pfarrer Ulrich Finger, zuständig für die Kirchengemeinden Münster und Weyer, wird nach mehr als 40 Dienstjahren in den kommenden Tagen verabschiedet. Da es jedoch zahlreiche Anfragen nach Taufen mit Wasser aus dem Laubusbach gab, verständigte man sich kurzfristig auf einen gemeinsamen Taufgottesdienst, erläuterte der Weyrer Kirchenvorstandsvorsitzende Rüdiger Litzinger.
Die Organisation ist seit Jahren eingespielt: Wiesen werden gemäht, der Zugang zum Bach freigeschnitten und Tische sowie Bänke aufgebaut – unterstützt von Gabi und Jörg-Michael Keller. Um 10 Uhr machten sich Wandergruppen aus Münster und Weyer auf den Weg zur Guckelmühle. Mit dabei waren der Weyrer Kirchenchor und singfreudige Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Den Gottesdienst hatten die beiden Pfarrer gemeinsam vorbereitet. Für die Predigt schlüpfte Ulrich Finger in ein mittelalterliches Alter Ego und widmete sich im Gedenkjahr zum 800. Todestag des Heiligen Franz von Assisi dessen Leben und Wirken. Die Liturgie und den Taufteil gestaltete Jörg-Michael Keller. Er hob die Bedeutung von Wasser, Geist und Gemeinschaft hervor, bevor vier Kinder im Alter von sechs Monaten bis zehn Jahren mit Wasser aus dem Laubusbach unter Mitwirkung von Eltern und Paten getauft wurden.
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Weyrer Kirchenchor unter Leitung von Nicole Ebel, von Leon Kimmerle am Keyboard sowie von Ulrich Finger an der Gitarre. Im Anschluss kamen die Gäste bei einem einfachen Mittagessen zusammen. So wurde die Feier bei herrlichem Sommerwetter im Schatten der Bäume an der Guckelmühle zu einem Gottesdienst für Leib und Seele – und vielleicht auch zu einer Tradition für das kommende Jahr.