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Villmarer Bote
Ausgabe 27/2026
Büchereinachrichten
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Wanderung Bücherei am 22. Juni 2026

„So gut erklärt, sieht man alles wieder mit anderen Augen.“ „Ich war jedes Mal dabei und habe immer wieder etwas Neues gelernt.“ Unterhaltungen dieser Art gab es einige bei der 8. Sommerwanderung der katholischen Bücherei Villmar, es ging um den historischen Bergbau und die Wasserversorgung.

Auf der Heide bei den Himmelssofas begrüßte Gabi Schermuly die Gäste, die zuvor mit kühlen Getränken versorgt wurden. „Von hier hat man einen der schönsten Ausblicke in das Limburger Becken“, schwärmte Dr. Bernold Feuerstein und erklärte geologische und botanische Besonderheiten dieser Landschaft. Wunderschöne Panoramablicke begleiteten in der Folge die Tour. Und natürlich Literatur: An der Wilhelmshöhe wurde eine Sage über einen vergrabenen Schatz zum Besten gegeben. Sogar musikalisch wurde es, als viele einstimmten in das „Steigerlied“ und damit die Bergfrau Gabi Schermuly an der Grube „Hilfe Gottes“ herbeisangen.

 

Sie trug eine alte Bergmannstracht und beschrieb die Bedeutung der einzelnen Details. Spannend wurde es, als Michael Staab von einem Grubenunglück berichtete. 1862 wurden durch einen Wassereinbruch ein Bergmann aus Villmar und einer aus Weyer in der Grube eingeschlossen. Durch eine spektakuläre Rettungsaktion konnten beide nach fünf Tagen lebend geborgen werden. Am „Schofdingesegrabe“ durfte jeder, der sich traute, einen Blick in die Tiefe wagen. Entstanden ist der Graben durch Erosion während der Eiszeit. Weiter ging es über den alten Weyerer Weg, ein sogenannter Vizinalweg, der bereits 1492 bestanden hat. Angelegt, finanziert und nachgehalten wurde er von den Dörfern Villmar und Weyer. Eine alte Steinbrücke führt über den „Bachborn“. Unterhalb von Hubertus- und Markushof speisten Quellen schon im Mittelalter eine Wasserleitung nach Villmar. Begleitet vom „Bachborn“ erreichten die Wanderer Villmar. Ab der Gartenstraße ist der Bachborn unter der Straße verrohrt. Anhand von historischen Karten und Bildern wurde erklärt, was es mit den Laufbrunnen auf sich hatte und wo sie standen.

Noch ein letztes Mal war Aufmerksamkeit gefragt, als Bernold Feuerstein im Pfarrgarten den Brunnen und seine Historie erklärte. Passend dazu gab es eine amüsante Geschichte über den „Brunnen der ewigen Jugend“. Bei kühlen Getränken und Laugengebäck ließ man dann den schönen Abend ausklingen.