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Germersheimer Stadtanzeiger
Ausgabe 18/2021
Neues vom Stadthaus
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#beebetter ... und alle machen mit ...

Foto: Nelles

Verteilung der kostenfreien Wildbienenblumensamen erfährt großartige Resonanz

Seit Ende April verteilt die Stadt Germersheim kostenfrei kleine, mit der Aufschrift „Germersheim summt …“ versehene Tüten mit Wildbienenblumensamen am Info-Punkt im Foyer des Stadthauses und im Tourismus-, Kultur- und Besucherzentrum im Weißenburger Tor. Die Aktion findet überwältigenden Zuspruch.

Nicht nur Privatpersonen erfreuen sich an dieser Aktion im Rahmen der Biodiversität der Stadt Germersheim, sondern auch Kindergärten, Schulklassen und Vereine haben sich bereits mit den Samentütchen eingedeckt und möchten eine Wildblumenwiese anlegen, um den gefährdeten Wildbienen aktiv zu helfen.

„Wir sind hocherfreut darüber, dass unsere Initiative so hervorragend angenommen wird und wirklich begeistert von einer solch positiven Resonanz in der Bevölkerung. Bereits in den ersten Tagen sind über 1.500 Samentütchen in der Stadt verteilt worden“, lobt Germersheims Bürgermeister Marcus Schaile die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, die Aktion zu unterstützen.

Ein tolles Beispiel dafür war der spontane Besuch von Schülerinnen und Schülern der Nardini-Schule, die in Begleitung von Frau Hemberger, Schulsozialarbeiterin der SFL Kreis Germersheim, Samentütchen im Stadthaus abholten, um ein ganz besonderes Projekt zu starten: Der Schulhof der Nardini-Schule wird in Klassen eingeteilt, die sich nun um die Aussaat und Pflege des Begleitgrüns rund um den Schulhof kümmern werden.

Dass guten Ideen keine Grenzen gesetzt sind und sich die städtische Initiative auch wunderbar in saisonale Ereignisse einbinden lässt, zeigt das nachahmenswerte Projekt „Mamas kleine Bienenwiese“, das von der Schulsozialarbeiterin Frau Ucaner mit Kindern und Jugendlichen des Jugendtreffs Sondernheim zum Muttertag am kommenden Sonntag gestaltet wird.

Die Firma Concord Werbung in Germersheim fördert die vielen tollen Aktionen mit kleinen Blumenstickern, die man in das ausgesäte Beet oder den Blumenkasten stecken kann. „Ich finde die Idee „Germersheim summt …“ großartig und das unterstütze ich sehr gerne“, so Thomas Göring, Inhaber der Firma Concord Werbung. Die Sticker werden, solange der Vorrat reicht, ab dem 17. Mai kostenlos im Foyer des Stadthauses verteilt.

Um die Aktion #beebetter weiter voranzubringen, sind viele weitere effektive Hilfestellungen für die Bienen erforderlich. „Glücklicherweise haben wir hier in Germersheim tolle Vereine, die sich immer etwas Konstruktives einfallen lassen und auf die man sich auch trotz der immer noch schwierigen Corona-Lage voll verlassen kann. Das ist fantastisch!“, schwärmt Germersheims Stadtoberhaupt Schaile. So hat sich z.B. Erich Ofer, rühriger Vorsitzender des Natur- und Vogelschutz-Vereins Germersheim e.V. schon vor längerem bereit erklärt, den Schulgarten der Sondernheimer Tulla-Grundschule neu zu gestalten und zu pflegen. Die Durchführung einer solchen Initiative wäre natürlich auch in den anderen Schulen im Stadtgebiet eine Option. Welche weiteren Möglichkeiten es gibt, die Artenvielfalt vor Ort zu erhalten, ist in der liebevoll und mit viel Herzblut gestalteten Vereinsanlage im Bornpfuhl zu sehen, die ein echtes Naturparadies darstellt.

Auch der Obst- und Gartenbauverein in Sondernheim könnte sich vorstellen, in der vereinseigenen Musterobstanlage Nisthilfen anzubringen und einen Erdhügel für die Wildbienen anzulegen. Die Aufgaben des Vereins, der seit knapp 80 Jahren besteht, sind unter anderem der integrierte Anbau in allen Bereichen des Obst- und Gartenbaus sowie der Einsatz von alternativem Pflanzenschutz. Dazu gehören unter anderem das Einbringen von Nützlingen oder das Aufhängen von Nistkästen.

Der Imkerverein Germersheim e.V. hat zwar kein eigenes Gelände, aber jedes Mitglied besitzt einen eigenen Garten oder ein Wiesengrundstück und setzt sich natürlich für den Schutz der (Wild-) und Honigbienen ein. So werden auf den Grundstücken bienenfreundliche Sträucher und Gehölze angebaut wie z.B. Kirsche, Apfel und Birne, aber auch Wildblumenwiesen mit bienenfreundlichen Pflanzen wie Weiß- und Rotklee oder dem Nelkengewächs Kornrade sind vorhanden.

All diese Beispiele zeigen, dass es auch mit kleinen Mitteln gelingen kann, etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Wenn Sie sich für das Leben der Wildbienen interessieren oder Hilfe bei der richtigen Auswahl für bienenfreundliche Gartenpflanzen benötigen, stehen Ihnen die Vereine gerne zur Verfügung.

www.imkerverein-germersheim.de

www.ogv-sondernheim.de

www.vogelschutz-germersheim.de

Aber nicht nur etliche Germersheimer Vereine haben den Schutz der Wildbienen im Blick, auch die Stadt Germersheim hat sich im Rahmen des umfangreichen Projektes „Stadtgrün – naturnah“ unter anderem für die Umstellung des Pflegeintervalls der städtischen Grünanlagen entschieden. Somit werden in Germersheim nun biologisch hochwertige Magerwiesen entwickelt. „Magerwiesen zählen zu den artenreichsten Wiesen überhaupt. Der Blütenreichtum der Magerwiesen lockt Bienen und viele andere Insektenarten an, für die der Nektar eine wichtige Nahrungsquelle darstellt. Magerwiesen bilden eine wichtige Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Vögeln, Käfern und anderen Kleintieren“, erklärt Dr. Sascha Hofmann, Erster Beigeordneter der Stadt Germersheim, der das Projekt „Stadtgrün – naturnah“ federführend betreut.

Weitere Informationen zum Projekt „Stadtgrün – naturnah“ folgen in Kürze.