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Germersheimer Stadtanzeiger
Ausgabe 26/2026
Germersheim aktuell
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Erste Schüleraustauschbegegnung in der Geschichte der Städtepartnerschaft zwischen Germersheim und Zalaszentgrót feiert gelungene Premiere

Fotos (sofern nicht anders angegeben): SNelles | Stadt Germersheim

Foto: Goethe-Gymnasium Germersheim (GGG)

Foto: KRaithel | Stadt Germersheim

Auch Freundschaft "geht durch den Magen": Deutsch-ungarische Verbundenheit wächst durch gemeinsame Erlebnisse und kulinarische Entdeckungen

 

Ein besonderer Meilenstein in der fast einundzwanzigjährigen Städtepartnerschaftsgeschichte zwischen der Festungsstadt Germersheim und ihrer ungarischen Partnerstadt Zalaszentgrót wurde in diesem Jahr endlich erreicht: Erstmals fand ein Schüleraustausch zwischen Schulen beider Partnerstädte statt, und zwar zwischen der Sekundarschule „Deák Ferenc“ in Zalaszentgrót und dem Germersheimer Goethe-Gymnasium. Nachdem die deutschen Schülerinnen bereits in der letzten Januarwoche 2026 ihre ungarischen Partnerinnen in Zalaszentgrót besucht hatten, stand nun vom 31. Mai bis zum 5. Juni 2026 der Gegenbesuch in Germersheim auf dem Programm.

 

Die fünf ungarischen Schülerinnen, die Deutschland allesamt zum ersten Mal besuchten, wurden begleitet von zwei Lehrkräften sowie zwei Elternteilen, die die Gruppe mit privaten Fahrzeugen nach Deutschland brachten. Eine Schulwoche lang erwartete die Gäste ein abwechslungsreiches Programm, das sich um „coole Geschichte und köstliche Kulinarik“ drehte.

 

Dass nicht nur die Liebe, sondern auch die Freundschaft „durch den Magen geht“, zeigte sich bereits unmittelbar nach der Ankunft der Gäste: Passend zum sommerlichen Wetter „brauste“ Herr Binak mit seinem Eiswagen heran, spendierte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern dankenswerterweise jeweils zwei erfrischende Kugeln köstliches Elio-Eis und sorgte damit für einen gelungenen und schmackhaften Auftakt der deutsch-ungarischen Begegnung.

Am Montagmorgen lernten die ungarischen Schülerinnen zunächst das Germersheimer Goethe-Gymnasium kennen, dessen Größe und Struktur sie sehr beeindruckten. Mittags ging es dann mit dem Zug nach Heidelberg, einer der international bekanntesten Städte Deutschlands, wo die Gruppe im Heidelberger Schloss an einer historischen Sonderführung zum Thema „Alltagskost und Festmahl“ teilnahm und dabei spannende Einblicke in die Esskultur vergangener Jahrhunderte erhielt.

 

Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Gastgeberstadt Germersheim. Herzlich begrüßte Bürgermeister Marcus Schaile die deutsch-ungarische Gruppe im historischen Bürgersaal des Stadthauses und unterstrich die Bedeutung solcher Begegnungen für die Zukunft der Städtepartnerschaft. „Seit fast 21 Jahren verbindet unsere beiden Städte eine lebendige Partnerschaft. Dass nun erstmals junge Menschen aus beiden Ländern im Rahmen eines Schüleraustauschs zusammenkommen, ist ein bedeutender Schritt für die Zukunft unserer Freundschaft. Ihr seid die Botschafterinnen Europas von morgen“, betonte das Germersheimer Stadtoberhaupt. Nach einem erfrischenden Imbiss im Stadthaus erkundete die deutsch-ungarische Gruppe bei einer Stadt- und Festungsführung die Geschichte der Festungsstadt. Nach einem gemeinsamen Picknick im Stadtpark Fronte Lamotte ging es am Nachmittag auf eine zweistündige Nachenfahrt, die auch bei den ungarischen Gästen für besondere Begeisterung sorgte.

 

 

 

 

 

 

Ein Höhepunkt der Woche war der Mittwochabend: Die deutschen und ungarischen Schülerinnen luden ihre Gastfamilien und betreuenden Lehrkräfte zu einem selbst geplanten und mit viel Sorgfalt, Kreativität, Organisationstalent und Liebe zum Detail zubereiteten Abendessen in die Schulmensa des Goethe-Gymnasiums ein. In herzlicher Atmosphäre wurde gemeinsam gegessen und gelacht: eine perfekte Gelegenheit, die neu entstandenen Freundschaften zu vertiefen.

 

 

 

 

Der Donnerstag, der auf den Feiertag Fronleichnam fiel, wurde als Familientag gestaltet. Die Gastfamilien nutzten die Gelegenheit, ihren Austauschschülerinnen die Region näherzubringen. Beliebte Ziele waren unter anderem Speyer und weitere Sehenswürdigkeiten der näheren Umgebung.

 

Den festlichen Abschluss bildete am Donnerstagabend eine Einladung des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises Germersheim-Zalaszentgrót e.V. in das Stadtgarten-Restaurant. Zu den Gästen zählten neben Martin Stein, Schulleiter des Germersheimer Goethe-Gymnasiums, auch der extra aus Stuttgart angereiste ungarische Generalkonsul Dr. András Izsák. Dieter Hänlein, langjähriger Vorsitzender des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises Germersheim-Zalaszentgrót e.V., würdigte in seinem Grußwort an die Gäste insbesondere das Engagement der am Austausch beteiligten Schulen und der betreuenden Lehrkräfte: „Solche Projekte entstehen nicht von allein. Mein besonderer Dank gilt dem Schulleiter des Goethe-Gymnasiums, Martin Stein, der es sich im Januar 2026 nicht nehmen ließ, die deutsche Schülerinnengruppe mit dem Goethe-on-Tour-Bus nach Zalaszentgrót zu fahren und sie zusammen mit seiner Englisch-Kollegin Lena Lochbühler dort die ganze Woche über zu begleiten, sowie Philipp Steul, Erasmus+-Koordinator am GGG. Sie haben mit großem Einsatz, viel Herzblut und organisatorischem Geschick diesen ersten Austausch ermöglicht und damit einen wichtigen Beitrag geleistet, die Städtepartnerschaft mit neuem Leben zu erfüllen und für die junge Generation erfahrbar zu machen.“

Martin Stein bedankte sich seinerseits sehr herzlich beim ungarischen „Betreuungsteam“, vor allem bei Mária Vári, Englischlehrerin an der Zalaszentgróter Sekundarschule und gleichzeitig stellvertretende Bürgermeisterin der ungarischen Partnerstadt, die auf ungarischer Seite diese erste Schüleraustauschbegegnung „in Schwung“ gebracht hatte, und bei Dr. Gyöngyi Tihanyi, die als Partnerschaftsvereinsvorsitzende des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises in Zalaszentgrót die Städtepartnerschaft von Beginn an auf allen Ebenen unterstützt hat und sich immer noch mit unermüdlichem Engagement für ihre Weiterentwicklung einsetzt.

Germersheims Stadtchef Marcus Schaile zeigte sich überzeugt davon, dass die Begegnung nachhaltige Wirkung entfalten werde und zog ebenfalls eine durchweg positive Bilanz: „Freundschaften, die in jungen Jahren über Ländergrenzen hinweg entstehen, sind oft besonders beständig. Die vielen strahlenden Gesichter und die herzliche Atmosphäre während der gesamten Woche haben bewiesen, wie wichtig solche Begegnungen sind. Städtepartnerschaften leben von den Menschen – und ganz besonders von den jungen Menschen.“

 

 

 

 

Die Abschlussveranstaltung am Donnerstagabend erwies sich als würdiger Ausklang einer außergewöhnlichen Woche. Die Begeisterung über die gelungene Premiere des Schüleraustauschs war bei allen Beteiligten deutlich spürbar. In fröhlicher und ausgelassener Stimmung wurde gemeinsam gefeiert, gelacht und getanzt. Um sowohl den kleinen als auch den großen Gästen einen besonderen Augenschmaus zu bieten, hatte der Deutsch-Ungarische Freundeskreis Germersheim-Zalaszentgrót e.V. den 14-jährigen Nachwuchszauberer Hendrik Doser gebeten, die deutsch-ungarische Gruppe mit cleveren Tricks zu fesseln. Dies gelang ihm im Nu, gerne ließen sich die Gäste in die Welt der Magie entführen und spendeten dem deutschen Vizemeister der Jugend-Zauberer des Jahres 2024 am Schluss seiner Vorstellung begeistert Applaus.

 

 

 

Der Abschied am Freitagmorgen fiel entsprechend schwer, als sich die neu gewonnenen Freundinnen trennen mussten. Gleichzeitig überwog die Freude über die gemeinsam verbrachte Zeit. Alle waren sich einig, den Kontakt aufrechtzuerhalten und sich möglichst bald wiederzusehen.

Die erste Schüleraustauschbegegnung zwischen Germersheim und Zalaszentgrót hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll persönliche Begegnungen gerade auch auf Jugendebene für das gegenseitige Verständnis und die europäische Freundschaft sind. Alle Beteiligten hoffen, dass dieser gelungene Auftakt den Grundstein für viele weitere Austauschprojekte in den kommenden Jahren gelegt hat.