Können mehr als stolz sein auf ihre ausgezeichnete Leistung (v.r.n.l.): Fiona Dietz (10y), Emil Fritsche (9a) und OStR' Sarah Kröper, die das Projekt engagiert betreute. Foto: Julia Fritsche | GGG
Emil Fritsche (9a) und Fiona Dietz (10y) vom Johann-Wolfgang-Goethe-Gymnasium Germersheim wurden Mitte Juni vor 300 Gästen im Bundesministerium für Finanzen in Berlin beim bundesweiten Jugendwettbewerb „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit“ ausgezeichnet. Ihr Film „Wenn ich nur gewusst hätte, dass Sie aus dem Osten kommen …“ gehört zu den bundesweit prämierten Projekten des Wettbewerbs und wurde mit einem dritten Preis gewürdigt.
„Die Geschichte des vereinten Deutschlands ist noch lange nicht auserzählt“, sagte Staatsministerin Elisabeth Kaiser, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland. „Der Wettbewerb zeigt, dass gerade das unbefangene Nachfragen junger Menschen helfen kann, ein größeres Verständnis mit Blick auf die 1990er Jahre zu erreichen und den Zusammenhalt zu fördern.“
Die Wettbewerbsrunde stand unter dem Motto „Neue Begegnungen“ - zwischen Ost und West, zwischen Generationen und Kulturen. Die Jugendlichen führten Interviews, sichteten Archive und suchten nach Geschichten in ihren Familien, Schulen, Städten und Gemeinden. Das ausgezeichnete Projekt aus Germersheim beschäftigt sich mit Vorstellungen, Vorurteilen und Zuschreibungen, die Ost- und Westdeutsche auch mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung miteinander verbinden.
Für ihren Film „Wenn ich nur gewusst hätte, dass Sie aus dem Osten kommen …“ gingen die Jugendlichen der Frage nach, welche Bilder vom Osten und Westen bis heute fortwirken. Ausgangspunkt war die Lebensgeschichte einer Leipziger Gynäkologin, die nach der deutschen Einheit nach Westdeutschland zog und von ihren Erfahrungen zwischen Neugier, Missverständnissen und Vorurteilen berichtet.
Ergänzend führten die Schüler eine eigene Befragung zu Vorstellungen über die DDR durch und werteten historische Bilder, Medienberichte und weitere Quellen aus. So entstand ein Beitrag, der persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Wahrnehmungen verbindet und zeigt, wie Begegnungen dazu beitragen können, festgefügte Bilder zu hinterfragen.
„Aufarbeitung braucht den Dialog - insbesondere zwischen den Generationen“, betonte Dr. Anna Kaminsky, Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. „Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Jugendliche im Gespräch mit der Generation ihrer Eltern und Großeltern Erinnerungen sichern, Erfahrungen dokumentieren und bislang wenig bekannte Geschichten sichtbar machen können.“
Für die vierte Wettbewerbsrunde wurden 307 Beiträge eingereicht - mehr als jemals zuvor seit dem Start des Wettbewerbs im Jahr 2019. Ausgezeichnet wurden 36 Projektgruppen mit über 200 Jugendlichen. Die ersten Preise gingen an die Josef-Annegarn-Sekundarschule in Ostbevern (Nordrhein-Westfalen), das Maria-Ward-Gymnasium in Augsburg (Bayern) und das Lise-Meitner-Gymnasium in Falkensee (Brandenburg).
Die drei Siegergruppen erhalten jeweils 3.000 Euro Preisgeld. Die zweiten Preise sind mit jeweils 2.000 Euro, die dritten Preise mit jeweils 500 Euro dotiert. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 29.500 Euro vergeben.
Der Jugendwettbewerb „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit“ wird seit 2019 von der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur veranstaltet. Ziel ist es, Jugendliche dazu anzuregen, die Folgen von Friedlicher Revolution, deutscher Einheit und gesellschaftlichem Wandel zu erforschen und dabei eigene Fragen an die Geschichte zu stellen.
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