(V.l.n.r.) Katharina Keller (Stellv. Leiterin der städt. Finanzabteilung), Murat Bayrak (Inhaber der Herxheimer Pflanzhof GmbH Co. KG), Bürgermeister Marcus Schaile, Bettina Krell (Landschaftsarchitektin) und Marco Eßwein (Leiter der städt. Finanzabteilung). Foto: SMohr | Stadt Germersheim
Nachdem im Herbst des vergangenen Jahres mit den ersten Rodungsarbeiten auf dem neu ausgewiesenen Grabfeld auf dem Germersheimer Friedhof begonnen wurde, sind nun die erforderlichen landschaftsbaulichen Maßnahmen in vollem Gange. Das muslimische Grabfeld, das auf Initiative des städtischen Beirats für Migration und Integration (BMI) derzeit angelegt wird, gibt es so in dieser Form im gesamten Landkreis noch nicht. Nach dessen Fertigstellung in Germersheim, die bis zum Sommer geplant ist, werden insgesamt 25 Gräber zur Verfügung stehen.
Bürgermeister Marcus Schaile, Marco Eßwein (Leiter der Finanzabteilung) und Katharina Keller (Stellv. Leiterin der Finanzabteilung) konnten sich am Mittwoch vergangener Woche bei einem Vor-Ort-Termin vom Stand der Landschaftsarbeiten überzeugen: Ein Weg wird derzeit gepflastert, auch wurde bereits mit der Umrahmung des ausgewiesenen Grabfeldes mit einer Hainbuchschnitthecke begonnen. Nach Rücksprache mit der beauftragten Landschaftsarchitektin Bettina Krell aus Oberotterbach werden in den kommenden Monaten noch vielfältige Arbeiten folgen, wie etwa das Anlegen einer Rasenfläche und das Pflanzen von Bäumen, Lavendel und Rosen.
„Ich stelle fest, wir sind sehr gut im Zeitplan“, freut sich Bürgermeister Marcus Schaile. Weiter betont er, wie wichtig und richtig es war, dem Wunsch der muslimischen Gemeinde nach einem eigenen Grabfeld zu entsprechen: „Immer mehr muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die bereits in der 4. Generation hier leben, möchten sich in der Stadt beerdigen lassen, in der auch ihre Kinder leben. Das kann ich sehr gut verstehen. Germersheim ist ihre Heimat.“
Muslimische Verstorbene konnten sich auf dem Germersheimer Friedhof bereits beerdigen lassen, doch künftig können sie frei wählen, ob sie im neu errichteten muslimischen Grabfeld oder an anderer Stelle auf dem Friedhof bestattet werden möchten. Die notwendigen Voraussetzungen, Muslime gemäß ihren religiösen Riten beizusetzen, hatte die Stadt längst geschaffen, als sie im Zuge der Sanierung des Friedhofsgebäudes bereits einen Waschraum zur rituellen Reinigung des Leichnams installierten, eine sarglose Bestattung mit Leintuch laut Satzungsänderung genehmigten und die Möglichkeit eröffneten, die Grabstätte in Richtung Mekka auszurichten.
„Es war daher folgerichtig, einen weiteren Schritt zu gehen und auf dem Germersheimer Friedhof zusätzlich ein ausschließlich muslimisches Grabfeld einzurichten. Mit dessen Bau setzen wir ein deutliches Zeichen für religiöse Toleranz und ein respektvolles Miteinander. Friedhofe sind Orte des Gedenkens für all unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, unabhängig von Herkunft und Religion“, betont Bürgermeister Marcus Schaile.