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Ausgabe 1/2026
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Aktuelles

Vandalismus ist kein Statement, nur teuer - Mit der neuen Anti-Vandalismus-Kampagne will die Stadt ein deutliches Zeichen gegen mutwillige Zerstörung in der Stadt setzen.

Die Stadt Sondershausen reagiert auf den seit Jahren steigenden Vandalismus im Stadtgebiet und startet ab dieser Woche eine neue Social-Media-Kampagne, die die Auswirkungen der Zerstörungen eindrücklich sichtbar machen soll. Ziel ist es, mehr Bewusstsein und Achtsamkeit für den Wert öffentlicher Einrichtungen zu schaffen.

„Der aktuelle Zustand ist unzumutbar und sorgt immer wieder für Wut und Fassungslosigkeit über die sinnlose und mutwillige Zerstörung“, sagt Bürgermeister Steffen Grimm. Allein in den vergangenen zwei Jahren entstanden Schäden von mehr als 52.000 Euro. „Das ist Geld, das die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler praktisch doppelt bezahlen - erst für die Anschaffung und dann für die Reparatur. Mittel, die stattdessen in neue Spielplätze, zusätzliche Bänke oder bessere Beleuchtung hätten fließen können.“

Vergleichszahlen sollen verdeutlichen, was Zerstörung wirklich kostet

Um den tatsächlichen Wert der zerstörten Gegenstände greifbarer zu machen, arbeitet die Kampagne mit klaren, alltagsnahen Vergleichen.

So entsprechen 52.000 Euro unter anderem rund 8.000 Dönern, etwa 17.000 Schachteln Zigaretten oder 10 Jahren Netflix, Amazon Prime und Spotify gleichzeitig - für eine ganze Familie.

Ein besonders drastisches Beispiel liefert die digitale Infostele am Bahnhof, die im vergangenen Jahr nahezu komplett zerstört wurde. Der Schaden: 5.300 Euro. Das entspricht 40 Paar Nike Air Force 1 oder 3.533 Eintritten für Kinder und Jugendliche ins Bergbad Sonnenblick.

Auch alltägliche Objekte sind immer wieder betroffen: Eine Bank, die regelmäßig beschädigt wird, schlägt je Reparatur mit 1.500 Euro zu Buche - so viel wie 2 E-Roller oder 3 PlayStation 5. Die Zerstörung der öffentlichen Toilette am Parkplatz Schwan kostet rund 5.000 Euro. Das Entfernen herausgerissener Bepflanzungen in der Fußgängerzone beläuft sich allein in diesem Jahr auf etwa 300 Euro. Schmierereien auf Spielplätzen verursachten bereits über 3.200 Euro an Kosten in diesem Jahr - Geld, das ursprünglich für Verbesserungen der Anlagen vorgesehen war.

Kampagne soll wachrütteln - nicht verurteilen

Die Stadt richtet ihre Kampagne auch an Personen, die in emotionalen Ausnahmesituationen oder unter Einfluss von Substanzen impulsiv handeln. „Anders sind manche massiven Kraftausbrüche kaum zu erklären“, sagt Grimm. Zugleich betont er, dass es nicht darum geht, jemanden unter Generalverdacht zu stellen, sondern ein Bewusstsein für die Folgen zu schaffen.

„Das alles summiert sich und macht einfach fassungslos. Ständig passiert etwas - aber nie will Jemand etwas gesehen haben“, erklärt der Bürgermeister. „Im Endeffekt zahlt der Steuerzahler für die Reparatur solcher Schäden. Und schöne Projekte fallen weg, die wir sonst hätten umsetzen können.“

Gemeinsame Verantwortung für eine lebenswerte Stadt

Die Stadt Sondershausen ruft daher alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, aufmerksam zu sein, Schäden zu melden und achtsam mit öffentlichem Eigentum umzugehen. „Wir möchten wachrütteln und zeigen: Was zerstört wird, gehört uns allen“, so Grimm.

Text und Bild

Janine Skara