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Ausgabe 1/2026
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Aktuelles

Stadt sucht Investor für das Liebhaberobjekt Residenzbahnhof

Die Stadt Sondershausen sucht ab sofort einen Käufer für den Residenzbahnhof. Die Liegenschaft umfasst das gesamte Areal mit historischem Bahnhofsgebäude, Vorplatz und Wasserturm. Ziel ist es, einen Investor oder Projektentwickler zu gewinnen, der das wirtschaftliche und städtebauliche Potenzial dieses außergewöhnlichen Denkmalensembles erkennt und gestaltet.

Der Bahnhof Sondershausen liegt zentral im Stadtgebiet und ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt an der Bahnstrecke Erfurt-Nordhausen. Rund 450 Reisende nutzen den Bahnhof täglich. Das Gebäudeensemble wurde zwischen 1869 und 1922 errichtet und ist bis heute nahezu vollständig erhalten. Ursprünglich wurde der Bahnhof als repräsentatives Empfangsgebäude im Auftrag des Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen gebaut und verfügte unter anderem über einen eigenen Wartesaal für den Fürsten sowie einen Unterstand für den Kutschwagen. Später kamen eine Poststation und eine Bahnmeisterwohnung hinzu.

Für Investoren bietet das Objekt vielfältige Entwicklungs- und Nutzungsmöglichkeiten. Aus Sicht der Stadt eignet sich das Gebäude insbesondere für eine gastronomische Nutzung mit hoher Sichtbarkeit in gut frequentierter Lage. Ergänzend sind kulturelle Nutzungen, Proben- und Seminarräume denkbar. Auch Übernachtungskonzepte als Pension, Jugendherberge oder Apartments sind realisierbar.

Darüber hinaus eröffnet der Standort wirtschaftliche Synergien durch den Radverkehr. Eine Fahrradwerkstatt, ein Fahrradladen oder E-Bike-Ladestationen wären denkbare Ergänzungen. Die dargestellten Nutzungsideen sind Vorschläge, welche durch eigene individuelle Projektansätze angepasst werden können.

„Wir suchen einen Investor, der das Gebäudeensemble langfristig entwickelt und als wirtschaftlich tragfähigen Standort neu aufstellt. Der Residenzbahnhof soll wieder ein lebendiger Anlaufpunkt für Bürger, Gäste und Reisende werden“, sagt Uta Keyser, Fachgebietsleiterin für Stadtplanung der Stadtverwaltung Sondershausen.

Ein zusätzlicher Standortvorteil ergibt sich aus den geplanten Infrastrukturinvestitionen der DB InfraGO AG. Der Ausbau der Strecke Erfurt-Nordhausen sieht eine Expressverbindung mit bis zu 140 Kilometern pro Stunde vor. Nach Fertigstellung verkürzt sich die Fahrtzeit auf etwa 38 Minuten nach Erfurt und 11 Minuten nach Nordhausen. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2028 vorgesehen. Prognosen gehen von einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen auf bis zu 600 Reisende täglich bis 2040 aus, was ein relevantes Potenzial für frequenzabhängige Geschäftsmodelle eröffnet.

Das Bahnhofsgebäude weist einen soliden, historisch geprägten baulichen Zustand auf. Das Untergeschoss ist in Sandstein ausgeführt, das Obergeschoss in Fachwerk mit Ziegelausfachung. Einzelne Fenster und Türen wurden bereits denkmalgerecht erneuert. Die Gesamtfläche des Grundstücks umfasst 3.569 Quadratmeter, die Gebäudenutzfläche rund 1.400 Quadratmeter. Das Gebäude ist vollständig unterkellert. Der Gesamtzustand des Ensembles wird als gut eingeschätzt. In den vergangenen Jahren wurden bereits wesentliche Investitionen durchgeführt, darunter die Sanierung der Fachwerkfassade im Jahr 1993 sowie eine Dachsanierung in den Jahren 2021 und 2022.

Das Erdgeschoss verfügt über eine Nutzfläche von rund 486 Quadratmetern. Dort befanden sich ehemals ein Gastraum (MITROPA), eine Küche, ein Fahrradverleih, ein Warteraum, eine Gepäckabfertigung sowie das Stellwerk. Das Obergeschoss umfasst etwa 550 Quadratmeter, verteilt auf mehrere ehemalige Wohneinheiten. Sämtliche Flächen sind leerstehend und kurzfristig entwickelbar. Das Dachgeschoss ist ausbaufähig. Vorliegende Konzeptideen zeigen beispielhaft mögliche Nutzungen und Raumaufteilungen.

Auch das Bahnhofsumfeld bietet weiteres Entwicklungspotenzial, unter anderem die Aufwertung des Vorplatzes, die Schaffung zusätzlicher Park- und Ride-Stellplätze, die barrierefreie Anbindung durch eine Verlängerung des Personentunnels sowie die Verknüpfung mit dem Stadtbus- und Radverkehr. Darüber hinaus bestehen Chancen, die Infrastruktur für Veranstaltungen der Landesmusikakademie zu ergänzen und bahnhofsnahe Wohnangebote zu entwickeln.

Investoren und Projektentwickler können Besichtigungen nach Absprache mit der Stadt vereinbaren oder gern weitere Informationen erhalten.

Ansprechpartner:

Uta Keyser

Fachgebietsleiterin Stadtplanung

Tel.: 03632 622 203

Mail: keyser@sondershausen.de

Marcus Strunck

Leiter Stadtmarketing / Tourismus / Wirtschaftsförderung

Tel.: 03632 622 510

Mail: strunck@sondershausen.de