Im Saarraum weiß man heute noch, was man sich unter dem „Hartfüßler“ vorstellen darf. Ein Historiker will erkannt haben, dass die Saarländischen Bergleute genagelte Schuhe trugen und die würden „auf den gepflasterten Bergmannspfaden so hart knallen“.
Das ist Unsinn. Nie wären Bergleute auf gepflasterten Bergmannswegen marschiert, die Gefahr mit genagelten Stiefeln, vor allem bei Regen, Schnee und Eis, über Pflaster zu marschieren, war zu groß.
Der Begriff ist sehr alt. Er tauchte schon lange Zeit vor dem Bergbau in der hiesigen Volksheilkunde auf. Wer häufig lange Strecken zu Fuß unterwegs war - gleich ob mit oder ohne Schuhen - der musste mit einer starken Hornhautbildung an den Füßen rechnen. In der Volksmedizin hieß es deshalb, dass derartig verhornte Füße, „Haddfieß“ genannt, gepflegt werden mussten, ansonsten führe dies zu Rissen und so zu offenen kranken Füßen.
Die einfachste Pflege bestand aus einem regelmäßigen Weichen im warmen Seifenwasser und anschließendem Abreiben der dicksten Hornschichten mit einem Sandstein. Seit dem späten 19. Jahrhundert, und das vor allem unter den Bergleuten, war es üblich, einen Bimsstein zu benutzen. Bimssteine sind poröses, glasiges Vulkangestein. Sie wurden noch im 19. Jahrhundert vom Handel gerne „Reibestein“ genannt. Mit dessen rauer Oberfläche ließen sich stark verhornte Füße nach dem Weichen hervorragend pflegen. Solche Steine kamen aus der Eifel in den Handel. Sie dienten dem Beseitigen von starkem Schmutz an den Händen, vor allem aber zur Pflege der verhornten Füße. Über diese Pflege berichteten übereinstimmend einst sehr viele Zeitzeugen. Wissen und Praxis gingen uns im Laufe der letzten Jahrzehnte verloren. Geblieben ist unser Mundartbegriff „Hartfüßler“.