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Bekanntmachungsblatt der Gemeinde Gersheim
Ausgabe 13/2026
Sellemòls in der Gemeinde
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Ende der Winterzeit

Die letzten warmen Tage im März machten uns Hoffnung auf den Frühlingsbeginn. Selbst in der alten Bauerngesellschaft gab es diese Sehnsucht nach wärmeren Tagen. Für die Bauern war der Palmsonntag zwar der Beginn der letzten und strengsten Fastenwoche, doch zugleich galt er als das Ende der Winterzeit, in der man noch keine regelmäßigen Arbeiten in Feldern, Wiesen und Wäldern verrichten konnte. Der alte Begriff bzw. die Redensart „Sommerzeitbeginn“ wird schon lange nicht mehr benutzt. Als Fixtag wurde in alten Regeln der Tag Lätare, der vierte Fasten- bzw. Passionssonntag, genannt Und dieser Tag bedeutete für die Bauern das Öffnen der Fluren und der Beginn der landwirtschaftlichen Arbeiten im laufenden Jahr. Schließlich bedeutete diese Zeit den Bauern als der Beginn der Arbeiten zur Bevorratung von Viehfutter und den menschlichen Nahrungsmitteln.

Dennoch gab es keinen festen Tag, an dem sich wirklich alles änderte. Die alten Bauernsprüche lassen uns das wissen: So war ein Märzschnee noch ein Trost, wenn es hieß „Der Märzschnee düngt noch“, denn er hält den Boden für Aussaat und Pflanzen feucht. Ganz anders sah es schon im April aus, wenn die Bauern erinnerten „Aprilschnee tut Saat und Pflänzchen weh.“ Und es kam in manchen Jahren noch schlimmer, wenn auch im Mai noch Nachtfrost aufkam.

Auf jeden Fall beginnt mit den nun erlebten und kommenden Tagen die Zeit, die uns wieder viel Sonne bringt – doch hoffentlich im Sommer nicht zu viel.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen guten Start in die gewünschten wärmeren Tage.

Gunter Altenkirch