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Bekanntmachungsblatt der Gemeinde Gersheim
Ausgabe 18/2026
Sellemòls in der Gemeinde
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Küchen- und Heilkräuter: Rappelbliemche = Hirtentäschel

In den Wiesen sind sehr viele Kräuter zu finden, die einst von den Hausfrauen in der Küche und in der Heilkunde verwendet wurden und dazu zählt auch das Hirtentäschel, doch zunächst zu seinem Mundartnamen Rappelbliemche.

Wenn die verblühten Pflanzen getrocknet sind, tragen sie viele kleine herzförmige Samenschoten. Zum Kinderspaß zählte in früheren Zeiten, diese Pflänzchen zuzubereiten und anschließend zur Belustigung im Kinderkreis zu schütteln, wodurch ein leises Rappeln vernommen werden konnte, ein Geräusch, welches man an diesen Pflanzen nicht für möglich hält.

Allgemein war bei Hirtentäschel wichtig, dass es zu einem sehr alten und beliebten Küchenkraut zählte. Die Frauen benutzten dazu sowohl die Blüten, die Blätter als auch die Samenschoten. Der Geschmack ist leicht scharf, erinnert ein wenig an Brunnenkresse. Die Schärfe verliert sich teilweise bei heißer Zubereitung zu einem einfachen Beilagengemüse bei einem festlichen Fleischgericht.

Mit Hirtentäschel würzten manche Hausfrauen noch in den 1950er Jahren gerne ihre Salate, aber auch Gemüse. Besonders gerne benutzten die Hausfrauen Hirtentäschel, wie auch andere Wiesenkräuter, zum Würzen von weißem Kräuterkäse.

Hirtentäschel war darüber hinaus einst ein sehr beliebtes Heilkraut. Zum Beispiel bereitete man einen Tee, um Patienten den Bluthochdruck zu senken und auf normalem Niveau zu halten. Solchen Tee konnte man einige Wochen lang trinken.

Gunter Altenkirch