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Bekanntmachungsblatt der Gemeinde Gersheim
Ausgabe 20/2026
Sellemòls in der Gemeinde
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Saarländischer Bergbau: Schnitzkohle-Objekte

Die beste Schnitzkohle war stets Gagat. Doch die Bergleute in unseren Kohlengruben kamen nicht an derart teures Material heran, denn dieses wurde als Schmuckmaterial dem Schmuckhandwerk teuer verkauft. Im Saarland gab es nur einen einzigen gagatführenden Stollen auf Grube Heinitz.

Bergleute fanden stets machbare Wege. So war wenigen klar, dass weiche Kohle wie Gagat bis hin zur üblichen Steinkohle auch hie und da Zwischenmaterialien verbargen. Für einige Bergleute reichte solche Kohle, um den Lieben zu Hause kleine Amulette zu basteln. Beliebt war vor allem ein kleines Herz.

Im Museum für Volks- und Aberglauben sind einige derartige Stücke zu finden, so auch das abgebildete Amulett: ein 30 Zentimeter hohes Amulett mit einem Kreuz und einem Kupferring zum Tragen über der Kleidung. Es sollte Personen schützen, vor allem vor bösen Geistern und Unglück.

Diese hie und da in der Steinkohle entdeckten Feinmaterialien waren auch weich und ließen sich recht gut bearbeiten. Das Bearbeiten bestand in der Regel aus Schaben und Kratzen mit speziellen Stahlwerkzeugen, die teilweise sogar selbst hergestellt wurden. Das Schnitzen mit einem Messer, wie häufig von Laien verstanden, war nur sehr selten möglich, da das Material zu hart war. So entstanden lediglich einfache Objekte, vor allem Amulette.

Am kommenden Sonntag, den 17.5. wird in Deutschland der Internationale Museumstag gefeiert. Auch die beiden Museen in Rubenheim beteiligen sich an dieser Aktion für interessierte Personen. Der Eintrittspreis wird an diesem Tag von 3,50 € auf 1,50 € gesenkt und es finden zwei wichtige Führungen statt: Um 14.00 und um 16.00 Uhr wird berichtet und anhand von Exponaten gezeigt, wie von der früheren Gesellschaft, vor allem der bürgerlichen und kirchlichen, Frauen zu betrachten waren und wie sich die Frauenwelt dagegen verhielt - ein Thema, das derzeit in einigen deutschen Museen ebenfalls gezeigt wird.

Ich hoffe, viele interessierte Personen führen zu können.

Gunter Altenkirch