Er scheint für dieses Frühjahr zu Ende zu sein, der hungrige Wind, den wir in den Zeiten der Eisheiligen (12. - 15 Mai) erleben durften bzw. mussten. Der Begriff „Hungriger Wind“ wird von den Sprachwissenschaftlern zwischen Mundart und Redensart eingeordnet und ist in ganz Deutschland bekannt.
Solche Winde, die im Frühling öfter auftauchen und besonders kritisch zu bewerten sind, erscheinen als kalte trockene Winde aus nördlichen und östlichen Richtungen. In der Regel bringen solche Wetter in dieser Zeit wenig Regen, so dass die Erde trocken wird und die Pflanzen, einst die große Nahrungshoffnung unserer Vorfahren im Frühling, nur kümmerlich vorankommen. Hielt ein solches Wetter länger an, so musste man mit einem Hungerjahr rechnen, denn die Wintervorräte gingen zu Ende und die neue, pflanzliche Nahrung blieb weitgehend aus.
Es betraf nicht nur die Menschen, auch das Vieh konnte und kann in solchen Zeiten nur wenig Futter aus den Wiesen und Weiden erhalten. Wer bei diesem Wind gezwungen war, für das Vieh zu mähen, so die alte Redensart, „mähte zweimal und fütterte nur einmal“. Auch Getreide und Obstanbau konnten bei einem anhaltenden trockenen Kaltwind leiden.
Wir scheinen also in diesem Jahr noch einmal glimpflich davongekommen zu sein.