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Bekanntmachungsblatt der Gemeinde Gersheim
Ausgabe 22/2026
Sellemòls in der Gemeinde
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Eisschrank

 

Für uns ist der Eisschrank heute ein Elektrogerät, welches in jedem Haushalt nützlich ist. In früheren Zeiten ohne Elektroversorgung der Häuser war es das noch nicht, dennoch gab es sie bereits. Wer ein solches Möbelstück betreiben wollte, wurde, ging zum Schreiner. Seit dem 19. Jahrhundert fertigten die dörflichen Schreiner Eisschränke ohne Elektroenergie an. Das dazu notwendige Eis konnte man beim Dorfwirt erhalten oder – früher - aus dem dörflichen Eiskeller, wie z. B. in Bliesdalheim, wo es eingelagert war.

Die Dorfschreiner hatten bereits früh festgestellt, dass Eis zu rasch schmolz, wenn der Schrank lediglich aus Holzbrettern gebaut war. Also war für die Dorfschreiner eine Isolierarbeit ein neuer Arbeitsbereich. Die Isolierung nach außen bestand aus dünnem Zinkblech, das an den inneren Außenwänden, montiert und vor allem mit einer Isolierung versehen wurde. Es waren also Behälter, gefüllt mit einem Isoliermaterial.

Die Isolierung bestand aus kurz geschnittenem Stroh. Die Länge der Strohstücke war die gleiche, wie deren Dicke, also etwa drei Millimeter, und dieses Krümelmaterial wurde in den Zinkblechkästen von etwa fünf Zentimeter Dicke luftdicht und press abgefüllt. So entstand ein Baustoff ohne jegliche innere Luftbewegung - die Voraussetzung für eine hervorragende Isolierung der Lebensmittel im Schrank.

Der isolierte Raum der Schränke betrug im Schnitt nur 50 bis 60 Liter, also nur ein kleiner Kühlraum.

Das Eis, das durch die gute Isolierung viele Tage lang nützlich sein konnte, also nur sehr langsam schmolz, wurde (in der Abbildung: links) ebenfalls in einen Kühlraum eingefüllt. Zwischen diesem und dem Lebensmittellagerraum bestand keine Wärmeisolierung. Der Deckel der Eiskammer befand sich auf der oberen Schrankfläche. Das Schmelzwasser wurde mit einem Wasserhahn (unten links) abgelassen und häufig als Blumenwasser benutzt.

Vereinzelt können solche Eisschränke noch in einigen Museen bewundert werden, so auch in Rubenheim.

Gunter Altenkirch