Im Gemeindeblatt vom 8.5. wies ich auf die kalte Sophie als letzte Eisheilige hin und dass danach, mit dem Beginn einer wärmeren Zeit die Schafschur beginnen sollte. Anfang Juni waren die meisten Schafe geschoren und zwischen dem 4. und dem 20. Juni war fast jährlich noch einmal eine Kältezeit angesagt, die die Tiere noch einmal zum Frieren bringen konnte. Die kurze kalte Zeit heißt „Schafkälte“.
Auch in diesem Jahr müssen wir mit einem Kälteeinbruch von fünf bis zehn Grad rechnen. Die Alten rechneten – wohl aus eigenen Erfahrungen – mit einem Kälteeinbruch, der sogar noch einmal einen Nachtfrost bringen konnte, um den 8. Juni, und diese Kälte sollte bis zu einer Wochen anhalten. Oft werden diese kalten Tage von einer erneuten Hitzewelle, abgelöst, die für dieses Jahr von den Meteorologen auch vorhergesagt wird. Um den Schafen keine Schäden zuzuführen, schoren die Schäfer Muttertiere mit ihren frischen Lämmern erst nach der Schafskälte und nicht schon nach der kalten Sophie.
Die Wahrscheinlichkeit einer Schafkälte lag bis Ende des 20. Jahrhunderts noch bei mehr als 70 %. In den letzten Jahren sank die Wahrscheinlichkeit auf etwa die Hälfte ab, so dass dieses Wetterphänomen möglicherweise bald eine Seltenheit sein wird und dann ganz und gar in Vergessenheit gerät.