Am 21. Juni ist es wieder so weit: Es ist der längste Tag mit der kürzesten Nacht. Gleichzeitig feiern wir seit langer Zeit diesen Tag als Tag des Sommerbeginns.
Was aber ist die Ursache der Sommersonnwende? Sie ist vergleichbar mit der Wintersonnwende, die im Dezember 2022 an dieser Stelle ausführlich beschrieben wurde und das astronomische Gegenstück darstellt. Die Gestirne stehen im Weltraum nicht unbeweglich still. Bei der Erde ist es die langsame Neigung über ihre Achse. Dadurch erreicht die Sonneneinstrahlung auf der Erde am 21. Juni ihren höchsten Stand und schon einen Tag später geht es wieder rückwärts bis zum 21. Dezember, der Wintersonnwende. Die Tage verkürzen sich folglich.
Auf dem Land besaß die Sommersonnwende, im Gegenteil zu ihrem Gegenstück kaum magische Bräuche. Die Bräuche waren fast ausschließlich positiv zu erkennen, schließlich gab es sehr viel Licht und dadurch auch Wärme, so dass man sich der Sonne dankbar zeigte und die langen hellen Tage nutzte. Der wohl bedeutendste Brauch in unseren Dörfern war am Johannistag das groß gefeierte Johannisfeuer am 24. Juni.
Der Beginn des Sommers bedeutete für die Landbevölkerung vor allem Erntearbeit, damit für die unfruchtbare Winterzeit genügend Lebensmittel und Futter zur Verfügung standen, und das bedeutete, dass die tägliche Arbeit sehr umfangreich wurde, denn die Arbeiten begannen bereits in aller Frühe und endeten erst am späten Abend. Als Erinnerung: Die Heumahd begann für die Männer bereits gegen fünf Uhr in der Frühe. Sie endete jedoch nicht nach acht Stunden, sondern erst am späten Abend.
Für die älteren Menschen waren die erforderlichen Leistungen kam zu erbringen kaum noch zu erbringen, so dass sie am Nachmittag bzw. am frühen Abend ihre Hilfen einstellten und sich mit anderen älteren Menschen auf dem Maibänkchen in der warmen Abendsonne trafen – auch eine Erscheinung nach dem Sommerbeginn in früheren Zeiten.