Betrachtet man heute spielende Kinder, so kann man zu der Erkenntnis gelangen, dass das Handy heute das Spielzeug Nummer eins für die Kinder ist.
In früheren Zeiten spielten Kinder auf eine Weise, die wir heute kaum noch nachvollziehen können. Spielzeuge wurden höchst selten gekauft, so darf man verstehen, dass die Kinder alles aus Natur und Alltagsleben zu Spielzeugen nahmen oder sogar bastelten. Pflanzen spielten dabei keine Ausnahme, und dazu zählte vor allem der Löwenzahn.
Alleine seine Stiele eigneten sich hervorragend zum Herstellen von Geflechten. Die Stiele sind hohl und laufen leicht konisch zu. Auf gleiche Längen geschnitten konnten die Stücke zu Ringen zusammengesteckt werden und schnell waren sie zu Ketten gefertigt, die bis zum Bauchnabel reichen konnten. Mit viel Geschick wurden auch kleinere Armreife und weitere Anstecker auf diese Weise gefertigt.
Sehr beliebt waren die Pusteblumen, die ausgeblühten Blumen des Löwenzahns. Diese Samen wurden in die Luft geblasen, auch aus dem Fenster und dann sah man, wie der Wind sie in verschiedene Richtungen blasen konnte. Ein schönes Spiel war dabei ein Sturmwind. Ein weiteres Spiel war das Zählen der fliegenden „Fallschirmchen“. Gerne wurde dabei ein Liedchen gesungen:
Großvadder groß,
wievill Jòhre genn ich bloß.
Dann wurden die fliegenden Fallschirmchen gezählt und die Zahlen mit denen verglichen, die andere gezählt hatten.
Und ein weiteres Spielchen war das Abschneiden der gelben Blütenspitzen und diese ebenfalls in den Wind zu pusten und fliegen zu lassen.
Solche Spiele konnten bei den Kindern oft Stunden lang gespielt werden. Die Geduld war meist grenzenlos.