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Bekanntmachungsblatt der Gemeinde Gersheim
Ausgabe 27/2026
Sellemòls in der Gemeinde
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Mundart: baas, baß

Ich muss immer wieder darauf hinweisen, dass es alte Mundartwörter gab, die seit langer Zeit nicht mehr benutzt werden und dadurch ganz und gar in Vergessenheit geraten sind. Auch der Ursprung des hier besprochenen Wortes ging verloren. Wahrscheinlich ist das Wort aus dem alten hochdeutschen „basz“ entsprungen, und dieses vielseitig bedeutende Wort steht u. a. für „köstliche Speise“, wie Grimm es beschrieben.

Und tatsächlich bedeutete genau dieses auch in unserer Mundart.

War der Eintopf, die Grütze, in früheren Zeiten fertig gekocht, so konnte die Speise serviert werden. Schon dabei wurde häufig das hier besprochene Wort verwendet, wie uns die alte Redewendung. „Die Gritz (Grütze, Eintopf) isch baas“ zeigt. Das sollte zunächst heißen, dass die Speise gar, also fertig gekocht war. Doch in den üblichen alten Redewendungen bedeutete das Wort mehr: Damit bezeichnete man eine besondere Reife der Speise und die erreichte man nicht beim erstmaligen Kochen. Beliebt war es Speisereste im kühlen Keller für den Abend oder Folgetag aufzubewahren und diese am Folgetag auf der hinteren Ofenplatte des Küchenofens „duddern“ zu lassen. Darunter verstand man nicht nur eine Wiedererwärmung, sondern auch ein leichtes, hörbares Köcheln. So erwärmte sich die Speie noch einmal und erhielt dabei einen besonderen Geschmack, der vielfach als eine Besondere Köstlichkeit angesehen wurde.

Gunter Altenkirch