Alte Wörter für eine Uhr griffen auf die lateinischen Wörter „hora“ und danach „ora“ zurück. Diese Wörter standen für „Stunde“, denn die ersten Uhren waren lediglich in der Lage, und das auch noch ungenau, die Stunde des Tages anzuzeigen und das nur mit Hilfe der Sonne. Folglich besaßen die Menschen nachts noch keine Zeitmitteilungen.
Erst in neuester Zeit sind Uhren handwerklich, später industrielle mechanische Fertigungen, die mit der Zeit immer genauer die Zeit anzeigen können, bis hin zur Sekunde.
Dennoch besaß noch im 19. Jahrhundert nicht jede Familie eine Uhr. Heute trägt man einen Zeitmesser an dem Unterarm, am Hals, in der Hosentasche oder hat sie auf Nacht- oder Küchentisch und vielfach als besondere große Uhr mit lautem Glockenschlag im Wohnzimmer an der Wand hängen. Heute wird vielfach das Handy gezückt, wenn es um die genaue Zeit geht.
Vor rund 3.000 Jahren entstand der „Schattenstab“, einst im Orient erfunden. Wir kennen ihn noch als Sonnenuhr. Es war ein Stab, der stets unverändert an der gleichen Stelle steht. Die Sonne wirft von diesem Stab einen Schatten auf die Erde und der soll, zwar etwas ungenau, die Stunden anzeigen. Vorausgesetzt, man hat die Schattenabstände zuvor nachgeprüft und markiert. Derartige Sonnenuhren gab es lange noch vor den größeren Kirchen, damit die Gemeindemitglieder mit ungefähren Tageszeiten versorgt werden konnten.
Die erste mechanische Uhr entwickelte 1510 der Nürnberger Uhrmacher Peter Henlein. Seitdem wurden mechanische Uhren immer weiter entwickelt, schließlich gibt es heute sogar moderne elektronische Zeitmesser. Uhren waren in früheren Zeiten nicht gleich und zuverlässig laufend, die Mechanik war noch nicht ausgefeilt, so dass die Zeiten einzelner Uhren nicht immer miteinander übereinstimmten.
Zugleich waren sie unerschwinglich teuer und so half man sich auf dem Dorf zum Beispiel mit langen, brennenden Kerzen aus. Die mussten stets den gleichen Durchmesser und das gleiche Brennmaterial haben. Steckte man die Kerze an, so brannte sie gleichmäßig herunter. Für eine Stunde hatte man seine Erfahrung gemacht und ritzte waagerechte Striche an der Kerze ein. Doch Luftzug bei offener Tür oder offenen Fenstern konnte in solchen Fällen zu einem schnelleren Verbrennen führen, die Stunde stimmte folglich nicht mehr.
Eine große Hilfe kam seitens der Kirchen, die an oberster Stellen ihres Glockenturmes bis zu vier Uhrwerke, jede Seite eins, anbrachten und die Menschen auch in Feldern und Wiesen eine genauer Zeit servierten.