Wir vergessen alte Bräuche, alte Arbeiten, alte Redensarten – und wir vergessen auch nach und nach alte mundartliche Wörter, die wir nicht mehr gebrauchen.
Ein solches Wort, das bereits vor Jahrzehnten kaum noch verwendet wurde war das Wort „spunden“ und abgewandelt auch „gespundt“.
In drei Fällen wurde das Wort noch verwendet und zwar beim Verschenken eines Weines in einem Holzfässchen, beim Verwahren von Münzgeld in einem Geheimfach eines Schrankes und während eines alten Hochzeitbrauches.
Ursprung des Wortes war das kleine Fässchen Wein. Der Schenkende befüllte das Fässchen und verschenkte es. Dabei konnte es heißen „edd Fässje isch awwa gespundt“ und das bedeutete, dass das Fässchen nicht Teil des Geschenkes war, sondern nur der Inhalt. Der Beschenkte hatte das Fässchen nach dem Leeren unbeschädigt wieder zurückzugeben.
Das Wort wurde abgeleitet von dem leicht kegelförmigen Verschlusspfropfen „Spund“ in dem Loch mit gleichem Namen, dem Spundloch.
Beim Hochzeitsbrauch war es vergleichbar: In früheren Zeiten gehörte es zu einem Brauch, dass zur Hochzeit einer jüngeren Schwester der älteren Schwester, wenn sie noch nicht verheiratet war, einen Ziegenbock zu schenken hatte. Seit mehr als hundert Jahren konnten die beschenkten Damen nichts mehr mit dem Tier anfangen. Aber der alte Brauch sollte weiterleben und der Bock nicht geschlachtet werden. Also hieß es - eher geflüstert - „der Bock isch nur gespundt“. Und das bedeutete, dass der Ziegenbock von der älteren Schwester nach der Hochzeit an den Ausleihenden zurückgegeben werden musste.
Der dritte Brauch war das Verbergen von wertvollen Münzen und Goldreserven in einem Geheimfach eines Schrankes, meist im Schlafzimmer. Solche Geheimfächer waren in der Regel fest eingebaute Teile des Schrankes mit einem geheimen Verschluss, meist ein komplizierter Schiebeverschluss. Das Holz war so verarbeitet, dass das Geheimfach nicht zu erkennen war.
Wahrscheinlich hatte das alte Wort einst auch in anderen Bräuchen eine Bedeutung, doch das Wissen von dem alten Mundartwort ging uns mit den Bräuchen verloren.
Am kommenden Sonntag sind die Museen in Rubenheim wieder von 14 bis 18 Uhr geöffnet.