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Bekanntmachungsblatt der Gemeinde Gersheim
Ausgabe 31/2026
Sellemòls in der Gemeinde
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Schuhe

Ich will den letzten Beitrag nutzen, und weitere Objekte aus dem Leben der Vorfahren zeigen und beschreiben, besonders solche der Arbeiter von sellemòls.

Wer heute ein Paar Schuhe benötigt, geht in ein entsprechendes Geschäft, sucht sich ein Paar aus dem umfangreichen Angebot aus, probiert es an und kann es dann erwerben.

In früheren Jahrhunderten war das noch nicht möglich. Üblich war das Anfertigen eines Paares durch den Dorfschuhmacher, bei Holzschuhen durch den „Klumbemacher“, also Holzschnitzer, und in der Arbeiterkultur entstand eine völlig neue Schuhproduktion, die bis in die Zeiten nach dem letzten Krieg anhielt: Es waren einige Arbeiter selbst, die aus dem Abfallmaterial der Grube, dem Fließbandmaterial ein Paar Schuhe in Heimarbeit anfertigten, häufig verbunden mit Lederresten alter Schuhe vom Schuster. Dieses Material hieß in unserer Mundart „Gruuwegummi“ und war sehr beliebt, nicht nur für Schuhe.

Die unten wiedergegebene Abbildung zeigt für die Sommerzeit ein Paar Sandalen, die durch Riemenmaterial aus alten Schuhen, Schultaschen oder sonstigen Lederabfällen ergänzt und zugerichtet wurden. Dabei wurde die obere Fläche des Fließbandmateriales, die Gummiseite, als Sohlenmaterial verwendet. Sie machten die Schuhe leise und trittsicher.

Derartige Schuhproduktion war für manche Leute so wichtig und wertvoll, dass einige Arbeiter häufig nach ihrer Schicht mit diesen Arbeitern beschäftigt waren. Dieses Paar und weitere sind im Museum in Rubenheim zu bewundern.

Gunter Altenkirch