Maria Himmelfahrt ist mit eines der ältesten christlichen Feste. Bereits zu Beginn des 7. Jahrhundert wurde der Tag gefeiert. Bischof Sonnatius von Reims nannte diesen Feiertag als wichtiges Fest, das bereits 582 von Kaiser Mauritius auf den 15. August festgelegt wurde.
Schon den Kelten war das Datum ein wichtiger Feiertag.
Nach katholischer Lehre ist das Fest die Erinnerung an die Aufnahme Marias in den Himmel, unmittelbar nach ihrem Tod und zwar „mit Leib und Seele“, also unter Vorwegnahme der Auferstehung der Toten, wie in der Johannisoffenbarung beschrieben. Diese Lehre wurde 1950 durch Papst Pius XII. zum Dogma erhoben. Die damalige Saarregierung unter Johannes Hoffmann erhob den katholischen Festtag zu einem gesetzlichen Feiertag, und das ist der Tag bis heute, wenngleich nur in wenigen Bundesländern.
Der Tag wurde mit dem Fest der kirchlichen Segnung eines Krautwischs geehrt. In den saarländischen Mundarten blieben die Wörter „G´werrzwischdaa“, „Liebfraue-Wischdaa“ oder „Krautwischdaa“ erhalten. An diesem Tag segnete die katholische Kirche einst die großen Kräuterwische, die die Hausfrauen Tage vorher zusammentrugen und zu mächtigen Sträußen banden. Darunter waren vor allem sehr viele Heilkräuter. Der Rest waren Kräuter, die in unterschiedlichen Bräuchen im Jahreslauf zur Geltung kamen.
Der Wisch wurde nach erfolgtem Segengeben in der Kirche im Hause aufbewahrt. Häufig brach die Hausfrau einzelne Kräuterteile ab und mischte diese als segengebendes Einzelkraut unter die gesammelten Heilkräutervorräte. Damit sollte der kirchliche Segen an diese Heilkräuter weitergegeben werden.
Hinter dem Kräutersammeln stand ein umfangreiches Wissen, das an den Maiabenden immer wieder unter den Frauen erzählt wurde. Auf diese Weise blieb das kollektive Gedächtnis um Kräuter und das Heilen in den Dörfern lange erhalten.
Der Brauch des Würzwischs wird heute nur noch in Resten geübt. Frauen sammeln einzelne Kräuter und tragen einen kleinen Wisch zur Segnung in die Kirche. Nach dem Kräutersegen bleiben heute die alten Bräuche des Weitergebens des Segens an die Heilkräuter vergessen. Auch das Heilkräutersammeln und das damit verbundene Kräuterwissen gehören heute – leider – weitgehendst der Vergangenheit an.