Es ist Sommerzeit und schon sellemòls war es die Zeit, in der viel Bier getrunken wurde. Doch Bier in Flaschen, wie heute üblich, gab es vor hundert Jahren noch kaum. Sollte ein Anlass zum Biertrinken gegeben sein, begab man sich zum mit Abfüllgefäßen zum Dorfwirt. Der füllte von seinem Fassbier diese kostbare Flüssigkeit ab, sodass die Gastgeber ihren Gästen servieren konnte. Schließlich war es zum Lieblingsgetränk der Saarländer geworden.
Häufig blieben nach den Feiern Bierreste zurück und die sollten weiter verwendet werden, denn das Wegwerfen von Lebensmitteln war in früheren Gesellschaft verpönt, also nicht üblich.
Die Hausfrauen verarbeiteten die Bierreste, die ja nicht in Flaschen abgefüllt und daher lagerfähig blieben, mit geriebenen Altbrotresten, manchmal auch mit etwas Milch oder Rahm zu einer Suppe, die am andren Tag serviert und verspeist werden konnte.
Der Ursprung der europaweit verbreiteten Biersuppen lag wohl in Bayern. Im hiesigen Raum wird aus alten Kochbüchern vor 1920 über solche Suppen nichts berichtet. Selbst in späteren Kochbüchern werden solche Suppen sehr selten erwähnt und Rezepte angeboten. Die Rezepte für diese und weitere „einfache“ Gerichte verblieben wohl in den Händen der Hausfrauen.
Ursprung der hiesigen Biersuppen war der weit aufkommende Genuss des Kaltgetränkes Bier seit der Arbeiterkultur im 19. Jahrhundert, schließlich entstanden in dieser Zeit im Saarland einige Brauereien. Ich wünsche den Genießern einen guten Appetit, wenn Sie noch einmal eine solche Suppe serviert bekommen.
Hinweis: Am 11.8. treffen sich um 15.00 wiederum alte Menschen in Niedergailbach, um über ihre erlebten Zeiten zu plaudern. Auch Sie sind herzlich eingeladen.