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Bekanntmachungsblatt der Gemeinde Gersheim
Ausgabe 6/2026
Sellemòls in der Gemeinde
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Brotwanne

Zu den einst sehr wichtigen Geräten in einem größeren Haushalt zählte auch eine Brotwanne (wie sie im Rubenheimer Museum noch zu entdecken ist). Eine alte Bezeichnung lautete auch „Brotreff“. Diese Wannen hingen im Keller, seltener auf dem Speicher oder in einer Kammer des Bauernhauses, unter der Decke, schließlich sollten die darin eingelagerten Brote für Ratten und Mäuse unerreichbar bleiben.

Wenn die Alten im Gemeindebrotbackofen Brote backten, dann war das etwa einmal in der Woche und diese Brote sollten ein Vorrat für acht bis zehn Tage sein, das war mit der damaligen Backkunst und dem Lagern in diesen Gestellen gut möglich. Damit sie sich auch gut hielten, wurden sie in dieser Brotwanne senkrecht hintereinander gestellt. Solche Wannen (siehe Abbildung) waren einfache Arbeiten des Dorfschreiners. Als Material wurde, wie stets für Lebensmittel, Buchenholz verwendet. Beliebt war es, zum Schutz der Brote ein Kreuz einzuschnitzen oder aus Lichtmesswachs eins aufzukleben.

Nach Bedarf konnten nun die Brote zum Verzehr entnommen werden, in der Regel eins pro Tag.

Eine kleine lustige Besonderheit blieb im Volksmund erhalten: Die Brote standen unten auf einer einzigen Stange und die drückte sich in den untersten Kanten als Schlitz ein. Dieses Endstück wurde, wenn es auf den Tisch kam, wegen seines Aussehens im Volksmund gerne als „Arsch“ bezeichnet.

Am 10.2. um 15.00 Uhr ist wieder das Treffen unserer Plauderstunde in Niedergailbach. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

Gunter Altenkirch