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Mitteilungsblatt für die Gemeinde Weimar
Ausgabe 9/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Straßensperrungen per fester Schranke in der Nachtzeit (19.00 Uhr abends - 06.00 Uhr morgens) an der Gemeindestraße (ehemalige K 42) zwischen Marburg-Ronhausen und Weimar-Argenstein und an der K 59 zwischen Weimar-Roth und Weimar-Niederwalgern voraussicht

Nur zur Info: Auf Basis der derzeitigen Wetterprognosen wird ab dem 20.02.2026 voraussichtlich für die Dauer von vier Wochen (maximal 6 Wochen) die nächtliche Sperrung der o.g. Straßen erfolgen.

Wie in jedem Jahr, wenn der Winter langsam dem Ende zu geht und die Temperaturen wieder milder werden, beginnen die Amphibien mit ihrer Wanderung zu ihren Sommerquartieren, den Laichgewässern. Sobald bei feuchter Witterung in der Nacht wieder Temperaturen über fünf Grad Celsius herrschen, kann mit der Wanderung der Tiere gerechnet werden.

Der Grund für die Wanderlust vieler Amphibienarten liegt darin, dass sie hinsichtlich ihrer Fortpflanzung noch wie ihre Vorfahren, die Fische, ans Wasser gebunden sind, obwohl sie dann später als erwachsene Tiere, durchaus auch dauerhaft an Land leben könnten. Die Amphibien legen auf ihrem angestammten Wanderweg zwischen Laichgewässer und Landlebensraum zum Teil Entfernungen von mehreren Kilometern zurück, die Erdkröte beispielsweise bis zu 2.200 m. Nicht selten werden weite Strecken in sogar mehrtägigen Etappen absolviert. Nachdem sich die wechselwarmen Tiere in ihrem Laichgewässer fortgepflanzt haben, begeben sie sich dann nach und nach in ihren Landlebensraum. Im Herbst suchen sie dann ihre Winterquartiere auf, um dort in die Winterruhe zu fallen. Die Herbstwanderung gestaltet sich über einen längeren Zeitraum, weniger zeitlich für alle Individuen koordiniert und ist nicht mit der Massenwanderung im Frühjahr zu vergleichen.

Auf ihrem gewohnten Wanderweg geraten die Amphibien häufig in große Gefahr, wenn sie eine Straße überqueren müssen. Eine Erdkröte benötigt beispielsweise zehn bis zwanzig Minuten, um eine 15 m breite Straße zu überqueren.

Um die hohe Zahl der Verkehrsopfer unter den Amphibien zumindest in diesen Bereichen zu verringern, haben die Gemeinde Weimar und die Unteren Naturschutzbehörden der Stadt Marburg und des Landkreises beschlossen, die Gemeindestraße zwischen Ronhausen und Argenstein für den Durchgangsverkehr nächtlich zwischen 19.00 Uhr und 06.00 Uhr zu sperren. Dies erfolgt mit Hilfe der tatkräftigen Unterstützung von Ehrenamtlichen vor Ort, der NABU-Ortsgruppen der Stadt Marburg und der Gemeinde Fronhausen in enger Abstimmung.

Ebenso erfolgt auch eine Sperrung der K 59 zwischen Niederwalgern und Roth. Auch hier ist es eine Gemeinschaftsaktion der Gemeinde Weimar, der zuständigen Behörden des Landkreises und Ehrenamtlicher vor Ort, insbesondere der NABU-Ortsgruppe Fronhausen.

Diese Maßnahmen dienen aber durchaus nicht nur dem Schutz der Amphibien, sondern auch der Sicherheit der Autofahrer. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Unfällen, da die Tiere sehr klein und unauffällig sind und in der Regel, wenn überhaupt, erst im letzten Moment gesehen werden. Entsprechende Vorhinweisschilder weisen frühzeitig auf die gesperrte Durchfahrt hin.

Die Sperrung der beiden Straßen in den genannten Bereichen, voraussichtlich in der Zeit von Mitte Februar bis Ende März, wird erfahrungsgemäß ca. vier bis sechs Wochen dauern. Entscheidend für den Beginn der Amphibienwanderung ist eine milde Witterung. Die günstigsten Bedingungen für die Wanderungen sind neben Bodentemperaturen über 5°C feuchtes, regnerisches Wetter bei einsetzender Dämmerung. Sobald der überwiegende Teil der Wanderung abgeschlossen ist, wird die Sperrung entsprechend auch früher aufgehoben. Es kann allerdings auch zu einer kurzfristig angeordneten Verlängerung kommen, falls dies nicht der Fall sein sollte. Bitte beachten Sie hierzu die aufgestellten Vorhinweisschilder und die Mitteilungen in der regionalen Presse.

Alleine in Hessen werden jährlich rund eine Million Amphibien überfahren. Daher bitten die beteiligten Behörden sowie die Polizei und die beteiligten Ordnungsämter alle Verkehrsteilnehmer:innen darum, die Sperrungen zu beachten und die ehrenamtlich Tätigen vor Ort bei ihren täglichen und nächtlichen Einsätzen zu unterstützen. Wir weisen darauf hin, dass Kontrollen in diesen Sperrbereichen vorgenommen werden. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass sowohl an der Gemeindestraße zwischen Ronhausen und Argenstein als auch an der K 59 fest installierte Schranken die Sperrung in der Nachtzeit absichern.