Referent Walter Schwab mit der Urenkelin von Moritz Hensoldt, Christine Belz-Hensoldt (Fotos: Kulturamt der Stadt Wetzlar)
Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Ringvorlesung im Rathaus über Hensoldts Optikgeschichte.
Auf großes Interesse stieß eine Ringvorlesung im Rahmen des Wetzlarer Optikjahres 2026 am Mittwoch, 18. Februar, im Neuen Rathaus. Über 100 Gäste wollten den Vortrag von Walter Schwab mit dem Titel „Aus der Optikgeschichte der Hensoldts - Über den holprigen Anfang, ein geniales Prisma und eine (fast) vergessene Kamera“ hören. Im Mittelpunkt standen dabei zwei junge Männer, die sich in Hamburg begegneten und einen gemeinsamen Plan entwickelten: Moritz Hensoldt und Karl Kellner. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten legten sie den Grundstein für die Wetzlarer Optiktradition - zunächst gemeinsam, später jeder auf seinem eigenen Weg.
Im weiteren Verlauf widmete sich Schwab der Hensoldt-Werkstatt und zwei ihrer bedeutenden Vermächtnisse: dem legendären Prisma, das über Generationen hinweg den hervorragenden Ruf der Hensoldt-Dialyt-Ferngläser begründete, sowie der Kleinbildkamera Hensoldt Publica. Letztere war zwar die erste Wetzlarer Messsucherkamera am Ende des Zweiten Weltkriegs, blieb jedoch wirtschaftlich erfolglos und ist heute eher eine Randnotiz der Fototechnik - eine dennoch ausgesprochen interessante. Eine Bereicherung des Abends war der Besuch von Christine Belz-Hensoldt, der Urenkelin des Optikpioniers. Sie stand dem Publikum für Fragen zur Verfügung und gab zusätzliche Einblicke in die Familien- und Unternehmensgeschichte. Am 13. Mai 2026 wird sie selbst einen Vortrag im Rahmen des Optikjahres halten.
Der nächste Vortrag findet am Mittwoch, 25. März 2026, um 18 Uhr ebenfalls im Plenarsaal des Neuen Rathauses statt. Dann spricht Swen Söhngen zum Thema „Automatisierte Fertigungslinie für individuelle Brillengläser“.