Titel Logo
Wetzlarer Stadtteilnachrichten
Ausgabe 15/2026
Mitteilungen des Magistrates
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

In Wetzlar werden 28 weitere „Stolpersteine" verlegt

 Zur Erinnerung an die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten, vertriebenen, deportierten oder ermordeten Wetzlarer Bürger verlegt der Künstler Gunter Demnig gemeinsam mit dem Stadtbetriebsamt Wetzlar am Montag, 13. April 2026, 28 Stolpersteine vor den Wohnhäusern, in denen die Opfer des Nationalsozialismus zuletzt lebten. Die Verlegung beginnt im Rahmen einer Gedenkfeier mit den ersten sieben Steinen um 10 Uhr am Fußgängerüberweg Richtung Forum (Ende Bahnhofstraße / Ecke Bannstraße 1, 35576 Wetzlar), die musikalisch von Jörn Martens von der Wetzlarer Musikschule Lahn-Dill e.V. begleitet wird. Damit wird die im Jahr 2009 begonnene Verlegung von Stolpersteinen fortgesetzt, bei der bisher 25 Steine insbesondere in der Wetzlarer Altstadt verlegt wurden. (Eine Auflistung der 28 zusätzlichen Stolpersteine ist dem Anhang beigefügt.) Die Bevölkerung ist zur Teilnehme an der Verlegeaktion eingeladen.

Für jeden Stolperstein wurde eine Patenschaft übernommen, die die Kosten des Steins trägt und nach Möglichkeit auch dessen Pflege umfasst. Die Polizei und das Ordnungsamt werden die Veranstaltung begleiten. Nach der ersten Verlegung folgen weitere Stolpersteine an verschiedenen Orten im Stadtgebiet in folgender Reihenfolge: Brückenstraße 5, Langgasse 44, Lahnstraße 34, Weißadlergasse 1, Am Geilberg 4. Der Rabbiner Shimon Grossberg (Jüdische Gemeinde Gießen) wird an jeder Verlegestelle ein Gebet sprechen. Außerdem wird ein Teil der Lebensläufe der 28 Opfer des Nationalsozialismus vorgetragen. Die Verlegung der Stolpersteine endet gegen 14 Uhr. Die Fortsetzung der Verlegung von Stolpersteinen wurde von der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Wetzlar im November 2025 einstimmig beschlossen.

Anlage: Liste der 28 Gedenksteine

 

Wohnsitz/Wohnhaus Wetzlar

Name

Geburts- jahrgang

deportiert, verschollen, ermordet

Bannstraße 14

Theodor Rosenthal

1881

Schutzhaft 1938 KZ Buchenwald Tot 02.12.1938 Frankfurt

 

Hertha Rosenthal

1888

deportiert 1942 Region Lublin ermordet

 

Erich Rosenthal

1912

Flucht 1938 USA

 

Bernhard Rosenthal

1883

deportiert 1942 Region Lublin ermordet

 

Minna Rosenthal

1896

deportiert 1942 Region Lublin ermordet

 

Ernst Rosenthal

1923

deportiert 1942 Region Lublin, Majdanek, ermordet 25.09.1942

 

Gerda Rosenthal

1930

deportiert 1942 Region Lublin ermordet

Brückenstraße 5

Klara Stern geb. Jessel

1885

deportiert 1941 Kowno/Kaunas Fort IX ermordet 25.11.1941

 

Heinrich Stern

1876

gedemütigt/entrechtet tot 17.03.1937 Frankfurt

 

Erich Stern

1910

Flucht 1935 Palästina

 

Hans Stern

1919

Schutzhaft 1938 KZ Buchenwald Flucht 1938 England

Langgasse 44

Moritz Jessel

1882

Schutzhaft 1938 KZ Buchenwald deportiert 1943 Auschwitz ermordet 22.03.1944

 

Christine Jessel

1891

ausgegrenzt/drangsaliert überlebt

 

Lore Brück geb. Jessel

1924

gedemütigt/entrechtet überlebt

Lahnstraße 34

Georg Rabow

1891

gedemütigt/entrechtet tot 05.03.1942 Frankfurt

 

Margarethe Rabow

1895

ausgegrenzt/drangsaliert überlebt

 

Heinrich Georg Rabow

1920

gedemütigt/entrechtet Zwangsarb. Clausthal-Zellerfeld überlebt

 

Oskar Emil Rabow

1922

gedemütigt/entrechtet 1944 KZ Buchenwald überlebt

 

Walter Friedrich Rabow

1923

gedemütigt/entrechtet Zwangsarb. Clausthal-Zellerfeld überlebt

 

Hans Joachim Rabow

1924

gedemütigt/entrechtet Zwangsarb. Clausthal-Zellerfeld überlebt

 

Ernst Ludwig Rabow

1926

gedemütigt/entrechtet Zwangsarb. Clausthal-Zellerfeld überlebt

Weißadlergasse 1

Georg Davidsohn

1876

Flucht 1939 Argentinien

 

Agnes Davidsohn geb. Rabow

1881

Flucht 1939 Argentinien

 

Kurt Davidsohn

1905

Flucht 1937 Argentinien

 

Heinz Davidsohn

1912

Flucht 1938 Argentinien

 

Lotte Davidsohn

1912

Flucht 1935 Argentinien

Am Geilberg 4

Ernst Jakob Sauer

1880

hingerichtet 27.03.1945 Friedhof Wetzlar

 

Bertha Sauer

1884

ausgegrenzt/drangsaliert überlebt