Die Städtischen Museen Wetzlar laden am Freitag, 22. Mai, um 18 Uhr zur Eröffnung einer Sonderausstellung über die Fotografin und Autorin Germaine Krull (1897-1985) ins Stadtmuseum, Lottestraße 8-10, ein. Die Städtischen Museen zeigen diese Schau zusammen mit dem Wetzlarer Kunstverein und in Kooperation mit dem Museum Folkwang Essen. Germaine Krull verbrachte ihre letzten Lebensjahre, vermittelt durch ihre Schwester Berthe, in Wetzlar. Seit 1995 befindet sich ihr Nachlass im Museum Folkwang in Essen. Das Ausstellungskonzept aus Essen wurde von den Kuratoren Thomas Seelig, Petra Steinhardt (Museum Folkwang, Fotografische Sammlung) und Kerstin Meincke (Universität Duisburg/Essen) erarbeitet und hier vor Ort den räumlichen Gegebenheiten des Stadtmuseums und des Kunstvereins in Wetzlar angepasst. Die Sonderausstellung legt den Schwerpunkt auf die Wechselwirkung des publizistischen und fotografischen Werks von Germaine Krull und leistet einen bedeutenden Forschungsbeitrag.
Wie das Museum Folkwang erläutert, umfasst „der Nachlass von Germaine Krull neben Abzügen, Negativen und Publikationen auch ein umfangreiches publizistisches OEuvre. Dazu gehören (auto)biografische und (auto)fiktionale Texte, (Foto-)Bücher und Maquetten, Briefe und politische Berichte oder Reportagen. Als erweiterter Zugang zum künstlerischen Vermächtnis Germaine Krulls wird dieses publizistische OEuvre jetzt in wesentlichen Teilen sichtbar. Angesichts der Tatsache, dass das Schreiben sämtliche Schaffensphasen der Künstlerin begleitete, rückt mit dieser Ausrichtung, ergänzend zu den avantgardistischen Arbeiten der 1920er und 1930er Jahre, auch die fotografische Praxis jener Schaffensphasen in den Blick, die von der Forschung bisher nur marginal berücksichtigt wurden. Mit dem Werk ab Beginn des Zweiten Weltkriegs, nach der dauerhaften Abkehr von Europa entstanden, eröffnet das Ausstellungs- und Publikationsprojekt auch eine neue transkulturelle Perspektive auf das Leben und auf die künstlerische Arbeit Germaine Krulls.“ Zur Ausstellung findet ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Vorträgen, Workshops und Führungen statt, welches sowohl beide Ausstellungsorte als auch den Stadtraum Wetzlars einbezieht.
Anlage: Programm der Eröffnung und Ausstellungsflyer