Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Wetzlar weist darauf hin, dass wildlebende Nutrias, die insbesondere am Lahnufer zu finden sind, nicht gefüttert werden dürfen: „Die Tiere wirken oft zutraulich und harmlos, doch das Füttern kann negative Folgen für Umwelt, Tiere und Menschen haben. Nutrias stammen aus Südamerika und sind in Deutschland nicht heimisch. Sie gelten als invasive Art, die sie sich stark vermehren und heimische Lebensräume sowie Uferbereiche beeinträchtigen können.
Als Wildtiere benötigen sie eine natürliche, abwechslungsreiche Nahrung. Durch regelmäßige Fütterung verlieren die Wildtiere ihre natürliche Scheu. Dies kann zu Konflikten mit Menschen und Tieren führen, insbesondere wenn sich die Nutrias an ungeeignetes Futter gewöhnen. Brot, Essensreste oder Gemüseabfälle sind für Wildtiere keine geeignete Nahrung und können zu Mangelernährung und einem unnatürlichen, aufdringlichen Verhalten führen. Nutrias können Krankheitserreger wie Parasiten, Bakterien wie Leptospiren und andere Zoonosen übertragen. Futterstellen ziehen außerdem weitere Tiere wie Ratten an und begünstigen die Ausbreitung von Krankheitserregern. Futterreste, die in die Lahn gelangen, erhöhen die Nährstoffeinträge, fördern Algenwachstum und senken den Sauerstoffgehalt. Das gefährdet Fische, Amphibien und wirbellose Wasserorganismen. Ein zusätzliches, maßloses Futterangebot fördert eine stärkere Vermehrung der Tiere. Große Nutriabestände können durch Fraß- und Grabetätigkeiten Uferbereiche, Brut- und Rastlebensräume sowie Deichanlagen schädigen und beeinträchtigen damit den Naturschutz und die Uferstabilität“, so die Untere Naturschutzbehörde.
„Das Füttern von Wildtieren ist gemäß § 3 der städtischen Reinhaltesatzung verboten. Außerdem werden alle Bürger aufgerufen, Essensreste ordnungsgemäß zu entsorgen und Abstand zu wilden Tieren zu halten. Nur so kann ein verantwortungsvoller, konfliktfreier und geeigneter Umgang mit den Tieren und der Natur gewährleistet werden.“