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Wetzlarer Stadtteilnachrichten
Ausgabe 39/2026
Mitteilungen des Magistrates
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20 Jahre Pilzberatung im Rathaus Wetzlar - damit aus dem Waldspaziergang kein Pilzroulette wird

Für seine 20-jährige Tätigkeit als Pilzberater der Stadt Wetzlar ist Harald Zühlsdorf im Rahmen seiner Beratungsstunde am Montag, 14. September, von Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) und den Mitarbeitenden des Amtes für Umwelt und Naturschutz der Stadt Wetzlar geehrt worden.

Zühlsdorf selbst isst keine Pilze. Trotzdem sorgt er seit 20 Jahren in Wetzlar dafür, dass andere möglichst unbeschwert welche genießen können. Denn als Pilzsachverständiger kennt er sich bestens mit den heimischen Pilzen aus und weiß vor allem, welche Exemplare besser im Wald bleiben sollten. Seit 20 Jahren ist die Pilzberatung des gebürtige Oberhesse fester Bestandteil des „Treffpunkts Natur“, dem Veranstaltungs- und Informationsangebot des Umweltamtes. Auch in diesem Jahr können Pilzsammlerinnen und Pilzsammler ihre Funde an neun Montagen jeweils von 17 bis 18 Uhr im Neuen Rathaus begutachten lassen. „Ich bedanke mich im Namen der Stadt Wetzlar ganz herzlich für Ihre Arbeit, die von vielen Menschen in Wetzlar angenommen“, lobte Wagner den Jubilar.

In den Beratungen geht es nicht nur um die Frage „Essbar oder nicht?“. Harald Zühlsdorf vermittelt auch Wissen über die heimische Pilzwelt und hilft dabei, Verwechslungen mit giftigen Arten zu vermeiden. Gerade für weniger erfahrene Sammler kann ein fachkundiger Blick entscheidend sein - schließlich sehen sich manche Speisepilze und ihre giftigen Verwandten erstaunlich ähnlich. Und wer Harald Zühlsdorf kennt, weiß: Bei ihm gibt es nicht nur Pilzwissen, sondern auch jede Menge Geschichten rund um die faszinierende Welt der Pilze.

Sein Engagement geht dabei über die Beratung im Rathaus hinaus. Zühlsdorf ist seit 2003 als Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V. (DGfM) tätig, ist 1. Vorsitzender der „Freunde und Förderer der Pilzkunde e. V.“, Kursleiter für Pilzkurse an der Volkshochschule Wetzlar, der Kreisvolkshochschule Gießen und am Pilzmuseum in Bad Laasphe sowie Landeskoordinator für Hessen bei der DGfM.

Einmal jährlich führt er im Auftrag der Stadt Wetzlar zudem eine Pilzexkursion durch und bringt Interessierten die heimische Pilzwelt direkt im Wald näher. Seine zweite große Leidenschaft - die Fotografie - verbindet er dabei gerne mit seiner Begeisterung für die Pilzkunde.

Dass bei der Pilzberatung auch der Humor nicht zu kurz kommt, zeigt ein typischer Gesprächsverlauf: „Was ist das?“ - „Das sind Boviste.“ - „Kann man die essen?“ - „Kann man - wenn Sie den Geschmack von Styropor mögen!“

Nach 20 Jahren Pilzberatung im Wetzlarer Rathaus steht damit fest: Harald Zühlsdorf isst zwar selbst keine Pilze - aber er passt seit zwei Jahrzehnten zuverlässig darauf auf, dass aus dem Pilzesammeln kein gefährliches Abenteuer wird.

 

 

 

 Harald Zühlsdorf (l.) ist von Oberbürgermeister Manfred Wagner (M., SPD) und den Mitarbeitenden des Amtes für Umwelt und Naturschutz für seine 20-jährige Arbeit als Pilzberater geehrt worden. (Foto: Stadt Wetzlar)