Mit den Händen und Füßen nach Gegnern Ausschau halten
Gleichheit für alle. Keiner sieht etwas. Umso mehr müssen andere Sinne helfen.
Judo ist eine der erfolgreichsten paralympischen Kampfsportarten - und beim JCS DANTAI Wölfersheim längst gelebte Realität. Weltweit treten blinde und sehbehinderte Athletinnen und Athleten bei Weltmeisterschaften und den Paralympics an, wo Deutschland zuletzt mit sechs Judoka vertreten war. Auch im Nachwuchs wächst die Begeisterung: Para Judo folgt denselben Techniken wie olympisches Judo, nur mit klaren Anpassungen wie Start im Griffkontakt und verbaler Orientierung.
In Wölfersheim zeigt die sechsjährige Emma, wie selbstverständlich Inklusion funktionieren kann. Sie ist blind, trägt bereits den weiß-gelben Gürtel und trainiert vollständig in der regulären Kindergruppe. Techniken werden ihr präzise beschrieben, Haltung und Bewegungen direkt am Körper korrigiert - und sie setzt alles mit beeindruckender Sicherheit um.
Um den sehenden Kindern zu vermitteln, wie Judo ohne visuelle Orientierung funktioniert, hat Trainer Albrecht eine besondere Trainingsform eingeführt: Alle kämpfen zeitweise mit Schlafmasken.
Plötzlich müssen sich alle ausschließlich auf Griffkontakt, Balancegefühl und die kleinsten Bewegungen des Partners verlassen. Die ungewohnte Situation macht nicht nur Spaß, sondern stärkt Respekt, Körpergefühl und gegenseitiges Verständnis.
DANTAI Wölfersheim zeigt, wie Para Judo im Alltag gelingt: gemeinsam auf der Matte, mit denselben Zielen und demselben Weg zum nächsten Gürtel.