Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen zum „2. Wölfersheimer Medizingespräch“ in den Vereinsraum der Wetterauhalle. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem VdK Wölfersheim statt. Referent des Abends war Prof. Dr. Mathias Rummel vom Universitätsklinikum Gießen, unterstützt von Dr. Julia Vereshchagina von der Praxis Wölfersheim.
Unter dem Titel „Gesund bleiben statt werden - Die sechs Hebel für ein langes widerstandsfähiges Leben“ erklärte Prof. Rummel anschaulich, welche Faktoren unsere Gesundheit nachhaltig beeinflussen können.
Ein Schwerpunkt lag auf der Ernährung. Hochverarbeitete Lebensmittel verdrängten zunehmend „echte“ Nahrung und sind mit zahlreichen chronischen Erkrankungen verbunden. Sie könnten Sättigungssignale stören und Entzündungen fördern. Dagegen spielt eine ballaststoffreiche Ernährung eine wichtige Rolle für die Darmgesundheit und kann Entzündungen reduzieren.
Auch eine ausreichende Proteinzufuhr ist wichtig, insbesondere für den Erhalt der Muskelmasse im Alter sowie für die Regulierung des Blutzuckerspiegels.
Besonders hob Prof. Rummel die Bedeutung von Krafttraining hervor, das er als „ultimative Anti-Aging-Medizin“ bezeichnete. Bereits zwei Trainingseinheiten pro Woche können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen senken sowie den Blutdruck positiv beeinflussen. Zudem zeigen Studien, dass schon wenige Minuten zusätzliche Bewegung am Tag gesundheitsfördernd sind. Sein Fazit: „Jeder Schritt ist besser als keiner.“
Auch die Risiken von E-Zigaretten wurden thematisiert. Laut Prof. Rummel kommen die gesundheitlichen Gefahren des Vapings denen herkömmlicher Zigaretten erschreckend nahe.
Als letzten Punkt ging er auf die sogenannten „Abnehmspritzen“ ein. Diese können für manche Patienten ein sinnvoller Neustart sein, wenn Ernährung und Bewegung allein nicht ausreichen.
Am Ende des Vortrags fasste Prof. Rummel die wichtigsten Inhalte noch einmal anhand anschaulicher Grafiken zusammen. Dabei zeigte er auf, wie die einzelnen Maßnahmen ineinandergreifen und sich gemeinsam positiv auf Gesundheit und Widerstandsfähigkeit auswirken können.
Im Anschluss nutzten viele Gäste die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die Prof. Rummel ausführlich beantwortete.