Jan, der Gelbgurt. Umringt von lauter Schwarzgurten.
Das ist zum Haare raufen. Wie gehe ich nicht unter?
Jan ist erst seit März Mitglied im Judoverein - sein siebenjähriger Sohn Henry brachte ihn ursprünglich auf die Matte. Doch aus dem neugierigen Vater wurde schnell ein ehrgeiziger Ü30-Sportler, der als aktiver Footballer zwar an harte Zweikämpfe gewöhnt ist, aber im Judo völlig neue Herausforderungen fand.
Am Samstag startete er bei den offenen Südwestdeutschen Einzelmeisterschaften der Männer in Elz, zugleich Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft. Wettkampflizenz, zwei Judogis, Rückennummern - alles musste kurzfristig organisiert werden. Jan tat es. Und er stellte sich.
In der Klasse +100 kg traf er im ersten Kampf direkt auf einen Schwarzgurt. Ein Wurf, ein Haltegriff - Niederlage. Doch der größere Unterschied zeigte sich in der Belastung: Während Football nur Sekunden dauert, gehen Judokämpfe vier Minuten und mehr.
Im zweiten Duell hielt Jan gegen einen deutlich erfahreneren Gegner stand. Er wurde nicht geworfen, aber wegen Passivität dreimal verwarnt - erneut verloren.
Am Ende stand Platz fünf - und eine Erkenntnis, die wichtiger ist als jede Platzierung: Für Judo muss man anders trainieren. Diese Erfahrung hätte er im Training nie machen können. Jetzt ist Jans Ehrgeiz erst recht geweckt.