Am 11.06.1942 endete jüdisches Leben in Brandoberndorf. An diesem Tag wurden Ella Helene Joseph, ihr Ehemann Moritz Joseph und ihr jüngster Sohn Joachim Joseph (alle ehemals wohnhaft in der Borngartenstraße) und die Brüder Joseph Siedenberg (letztes bekanntes Bild von ihm) und Moses Siedenberg (ehemals wohnhaft in der Backhausstraße) von Frankfurt aus in die Vernichtungslager transportiert. Die drei Mitglieder der Familie Joseph wurden nur wenige Tage nach ihrem Abtransport von Brandoberndorf im KZ Sobibor ermordet, die Brüder Siedenberg starben 1944 im KZ Theresienstadt. Von der Familie Joseph aus Brandoberndorf überlebte nur der ältere Sohn Manfred. Er starb 2000 in Circleville, NY, Vereinigte Staaten. Auch die Ehefrau von Joseph Siedenberg und ihre sieben Kinder überlebten den Holocaust in den Vereinigten Staaten. Mit dem Transport der letzten Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager am 11.06.1942 endete nach 185 Jahren in Brandoberndorf jüdisches Leben, das 1757 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Zum Gedenken an die Jüdinnen und Juden aus Brandoberndorf werden am 11.06.2026 weitere Stolpersteine (siehe Beispielfoto) in Brandoberndorf verlegt. Das Kunstprojekt „Stolpersteine“ des Künstlers Günter Demnig gilt als das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Die Stolpersteine erinnern an das Schicksal von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben, deportiert und ermordet wurden. Am Donnerstag, 11. Juni, ab 17:00 Uhr werden weitere 3 Stolpersteine für Ella Helene Joseph, Moritz Joseph und Joachim Joseph in der Borngartenstraße und für Moses und Joseph Siedenberg in der Backhausstraße verlegt. Die Stolpersteine werden auf öffentlichem Grund, in der Regel auf dem Bürgersteig, verlegt. Die Veranstaltung beginnt an der Mahntafel am Waldsolmser Rathaus auf dem Lindenplatz. Mitbürgerinnen und Mitbürger sind herzlich zur Verlegung eingeladen.