Am Donnerstag, 11. Juni, wurden in Brandoberndorf weitere „Stolpersteine“ verlegt. Bürgermeister Hörster begrüßte die mehr als 40 Teilnehmenden, erinnerte an die erste Verlegung von Stolpersteinen im September 2025 und hob in seiner kurzen Ansprache dann die Notwendigkeit der Erinnerung an den Holocaust hervor. Pfarrer Lange von der evangelischen Kirchengemeinde Brandoberndorf erläuterte danach während des Rundgangs zu den fünf Orten in Brandoberndorf, wo Stolpersteine bereits verlegt sind bzw. an diesem Tag verlegt wurden, die Lebenswege und Schicksale der Holocaustopfer aus Brandoberndorf. Am Schluss der Veranstaltung dankte Diakon Pauli von der katholischen Gemeinde Maria Hilf den Teilnehmenden für ihre Anwesenheit und unterstrich die gute und kooperative Zusammenarbeit der kirchlichen und kommunalen Gemeinden in Brandoberndorf. Auch er betonte die Notwendigkeit, gerade in der aktuellen Zeit die Erinnerung an das Menschheitsverbrechen wachzuhalten. Der Rundgang führte vom Denkmal an der Rathauswand zunächst in die Backhausstraße (Stolpersteine für die Brüder Moses und Joseph Siedenberg), dann in die Borngartenstraße (Stolpersteine für die Eheleute Ella Helene und Moritz Joseph sowie ihren jüngsten Sohn Joachim Joseph). Anschließend wurden noch die Stolpersteine auf dem Kachelberg (Familie Nathan Abraham) und in der Gaulenbergergasse (Familie Ferdinand Abraham und Frieda Strauß und Milton Strauß) besucht. Das Kunstprojekt „Stolpersteine“ des Künstlers Günter Demnig gilt als das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Die Stolpersteine, die inzwischen in 31 Ländern Europas verlegt wurden, erinnern an das Schicksal von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben, deportiert und ermordet wurden. Die quadratischen Messingtafeln nennen den Namen, das Geburts- und Todesjahr sowie das Schicksal im Holocaust. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer verlegt.