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Amtsblatt der Verbandsgemeinde Hagenbach
Ausgabe 13/2019
Amtlicher Teil
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Festakt zu „1200 Jahre Berg“

Ersterwähnung von Berg am 3. August 819 im Codex Traditionum. Auszug aus Urkunde des Meginher und Wigbald vom Elsaß (im LASp: F 1, Nr. 85 fol 36v und 37r).

Vor 1200 Jahren wurde unser Dorf zu ersten Mal in einer Urkunde namentlich als „Berge“ erwähnt. Seit dieser Zeit hat unser Dorf eine Reihe verschiedener Namen gehabt, bevor es sich „Berg (Pfalz)“ nennen durfte. Möchten Sie mehr dazu erfahren, dann kommen Sie bitte zum ersten Jubiläumswochenende am 13. und 14. April 2019 in die Berger Gemeinschaftshalle. Wir laden die Berger Bevölkerung recht herzlich zum ersten Jubiläumswochenende ein. Wir beginnen am Samstag, dem 13. April 2019 um 19:00 Uhr mit dem offiziellen Festakt der Ortsgemeinde. Die Gestaltung des Abends haben H.-P. Meyer und G. Heil übernommen. Sie werden auf unterhaltsame Weise durch die abwechslungsreiche Geschichte des südlichsten Ortes von Rheinland-Pfalz führen. Für den kleinen Hunger und für ausreichend Getränke wird durch die Theatergruppe Berg gesorgt. Erfahren Sie Hintergründe aus der römischen Zeit ebenso wie Ereignisse aus dem Mittelalter und der neueren Berger Geschichte. Auf Schautafeln werden Ihnen einzelne Ereignisse aus der Berger Vergangenheit näher gebracht, die von N. Wegmann in mühevoller Kleinarbeit aufgearbeitet wurden. Bilder und Zeichnungen aus der Geschichte machen für Sie die Vergangenheit erlebbar. Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Berg haben viele Zeichnungen zur Dorfgeschichte angefertigt, die ausgestellt werden. Die Festschrift zum Jubiläum wird an diesem Abend ebenfalls für Sie zur Verfügung stehen. Auch in dieser Festschrift können Sie viele Dinge aus vergangener Zeit finden.

Für diejenigen, die am Samstag keine Zeit haben oder es am Samstag nicht geschafft haben, alle Informationen aufzunehmen, bleibt noch Sonntag, der 14. April 2019. Bei Kaffee und Kuchen von der Frauengemeinschaft kfd haben Sie ab 14:00 Uhr noch einmal die Gelegenheit, sich an den zahlreichen Postern zu informieren. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Zur Geschichte von Berg

Die Ersterwähnung des Dorfes "Berge" im Jahr 819

Die früheste schriftliche Nennung des Dorfes Berg erfolgte am 3. August des Jahres 819 im Zusammenhang mit den Besitzüberschreibungen an das Kloster Weißenburg. Dieses um das Jahr 660 im heutigen Weißenburg im Elsass, von dem Speyerer Bischof Dragobodo gegründete Kloster, gehörte zu den ersten Reichsklöstern des damaligen Fränkischen Reiches der Merowinger. Diese frühen Klöster hatten im Reich die Aufgabe, durch das Wirken und Predigen ihrer Geistlichen die Menschen zum Christentum zu bekehren und dieses auch zu festigen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, wurden sie durch Schenkungen und Lehen mit Grundbesitz in den Siedlungen unserer Heimat ausgestattet. Besonders die karolingischen Könige waren starke Förderer der Abtei Weißenburg. Denn die meisten Schenkungen im unteren Elsaß, Saargau, dem Worms- und Speyergau gehen auf Karl den Großen (768-814) und Ludwig den Frommen (813-840) zurück. Die Äbte, die dem Kloster vorstanden, vergrößerten sehr rasch den Besitz, zumal einige gleichzeitig Bischöfe von Speyer, Worms und Mainz waren. Sie waren also durch ihre Stellung nur von König und Papst abhängige Kirchen- und Reichsfürsten und meistens von hohem Adel. Seit dem Jahre 811 hieß der Abt von Weißenburg Bernhar und er war zugleich Bischof von Worms (793-826). In diese Zeit fällt auch die Ersterwähnung des Dorfes Berg „Berge“ im Jahr 819. Die in Au am Rhein in lateinischer Sprache abgefasste Urkunde im „Liber Donationum“ unter dem Elsaßgau hat die Überschrift „Carta Meginheri et Uuigbaldi de Alisacinse“.

Die vereinfachte Übersetzung des Berger Urkundentextes lautet:

„Meginheri und Wigbald übertragen für die Seelenruhe Waldberts, was dieser ihnen zur Weitergabe an das Kloster Weißenburg übertragen hat, in Dorf und Mark Berg eine Hube und seinen Gesamtbesitz in Mark und Dorf, mit Ackerland, Gebäuden, Weideland, Wiesen, Wald, bewirtschaftet und unbewirtschaftet und Hörige mit Namen: Danna, Duata, Erlolf, Hagano, Irmindrud und ihre Tochter Godalind, Gisalmunt, Uuolthild, Haduger, Sigitrud.“ Waldbert hatte also vor dem Jahre 819 in der „Marca“ Mark und im „Villa“ Weiler „ad berge hob(am) I“ zu Berg 1 Hube (ca. 30 Morgen) in Besitz, die er dann an Meginher und Wigbald komplett übergeben hatte. Die Erwähnung als „villa“ in einer Urkunde deutet auch darauf hin, dass der Ort damals bereits dorfähnlichen Charakter hatte und nicht nur ein Einzelgehöft war. Wann Waldbert diesen Besitz in Berg erwarb ist uns leider nicht überliefert. Meginher und Wigbald waren vornehme Grundherren aus wohl gut begüterten Familien, die im Herrenhof zu „Augia“ also zu Au am Rhein auf badischer Seite, dort wurde die Urkunde ausgestellt, dem Kloster Weißenburg ihren Besitz in Forstfeld (sw Selz) im Elsaß mit 2 Hufen, in Frankenheim (Wüstung) im Elsaß und in Berg je 1 Hufe zum Seelenheil des Waldbert vermachten. Zu der Hufe selbst wurde auch noch sog. Zubehör, mit Ackerland (terris), Gebäuden (aedificiis), Weideland oder Brachweide (pascuis), Wiesen (pratis), Wald (siluis), bewirtschaftete (cultis) und unbewirtschaftete (incultis) Flächen bezeichnet, übergeben.

In der Urkunde werden auch 10 „mancipia“ unfreie Bauern auch Leibeigene oder Hörige genannt, mit Namen: „Danna, Duata, Erlolf, Hagano, Irmindrud und ihre Tochter Godalind, Gisalmunt, Uuolthild, Haduger, Sigitrud“. Sie bewirtschafteten ihre Bauernhöfe und waren daneben zu Diensten auf dem Herrenhof verpflichtet. Sicherlich können wir davon ausgehen, dass von den Hörigen oder Bewohnern (lat. Mancipiis) mindestens zwei aus dem Dorf Berg stammen. Sehr wahrscheinlich waren es die zuletzt genannten zwei Personen „Haduger mit seiner Frau Sigitrud“, denn nur eine Familie konnte nur eine Hufe mit ca. 30 Morgen bewirtschaften. Von Norbert Wegmann.