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Amtsblatt der Verbandsgemeinde Hagenbach
Ausgabe 14/2019
Amtlicher Teil
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Festakt zu „1200 Jahre Berg“

Alexander von Schwarz mit dem Orden Saint Louis

Vor 1200 Jahren wurde unser Dorf zu ersten Mal in einer Urkunde namentlich als „Berge“ erwähnt. Seit dieser Zeit hat unser Dorf eine Reihe verschiedener Namen gehabt, bevor es sich „Berg (Pfalz)“ nennen durfte. Möchten Sie mehr dazu erfahren, dann kommen Sie bitte zum ersten Jubiläumswochenende am 13. und 14. April 2019 in die Berger Gemeinschaftshalle. Wir laden die Berger Bevölkerung recht herzlich zum ersten Jubiläumswochenende ein. Wir beginnen am Samstag den 13.04.2019 um 19.00 Uhr mit dem offiziellen Festakt der Ortsgemeinde. Die Gestaltung des Abends haben H.-P. Meyer und Gunzi Heil übernommen. Sie werden auf unterhaltsame Weise durch die abwechslungsreiche Geschichte es südlichsten Ortes von Rheinland-Pfalz führen. Für den kleinen Hunger und für ausreichend Getränke wird durch die Theatergruppe Berg gesorgt. Erfahren Sie Hintergründe aus der römischen Zeit ebenso wie Ereignisse aus dem Mittelalter und der neueren Berger Geschichte. Auf Schautafeln werden Ihnen einzelne Ereignisse aus der Berger Vergangenheit näher gebracht, die von N. Wegmann in mühevoller Kleinarbeit aufgearbeitet wurden. Bilder und Zeichnungen aus der Geschichte machen für Sie die Vergangenheit erlebbar. Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Berg haben viele Zeichnungen zur Dorfgeschichte angefertigt, die ausgestellt werden. Die Festschrift zum Jubiläum wird an diesem Abend ebenfalls für Sie zur Verfügung stehen. Auch in dieser Festschrift können Sie viele Dinge aus vergangener Zeit finden.

Für diejenigen, die am Samstag keine Zeit haben oder es am Samstag nicht geschafft haben, alle Informationen aufzunehmen, bleibt noch Sonntag, der 14. April 2019. Bei Kaffee und Kuchen von der Frauengemeinschaft kfd haben Sie ab 14:00 Uhr noch einmal die Gelegenheit, sich an den zahlreichen Postern zu informieren. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ihre Ortsgemeinde Berg

Zum 300. Geburtstag des Alexander von Schwarz

General, Marschall und Baron. Die Feierlichkeiten zum 1200-jährigen Dorfjubiläum in Berg beginnen am 13. April 2019. Grund für den Termin im April ist, dass der berühmteste Bürger, den Berg je hervorgebracht hat, vor genau 300 Jahren geboren wurde. Alexander Schwarz wurde als ältester Sohn von Johann Jakob Schwar(t)z und Maria Barbara geb. Dettinger, am 15. April im Schloss zu Berg/Pfalz geboren und am 18. April 1719 in der kath. Kirche zu Lauterburg getauft. Sein Vater Johann Jakob, Hauptmann unter dem Franz. Regiment Appelgrehn, führte als Wirt die Gaststätte zum Goldenen Lamm in Lauterburg und war gleichzeitig als fürstlicher Hofrat zu Speyer tätig. Er verstarb am 30. März 1742 in Bad Bergzabern. Seine aus Berg gebürtige Mutter Maria Barbara geb. Dettinger heiratete nach dem Tod ihres Mannes ein zweites Mal am 16. November 1742 in Berg den Witwer und Schultheißen Franz Jakob Kramer aus dem badischen Stollhofen. Sie starb am 24. September 1781 auf dem Schloss zu Berg mit 80 Jahren.

Im Alter von 14 Jahren trat Alexander Schwarz als Freiwilliger im Jahr 1733 in die französische Kompanie der Dragoner von Romberg ein, wo er bis zum Jahr 1736 als „Volontaire“ blieb. Ab dem Jahr 1738 stand er als „Cornette“ (Vorstufe zum Leutnant) der Dragoner in den Diensten Österreichs und war ab 1741 als „Lieutenant“ (Leutnant) in Diensten Bayerns unter dem Befehl des Kurfürsten Karl Albrecht (1726-1745) von Bayern und späteren Kaisers Karl VII. (1742-1745) gegen Österreich im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-1748), wo er mit dem Regiment der berittenen Grenadiere an der Schlacht von Haag teilnahm. Als Handstreich auf Burghausen am 15. Oktober 1742 hatte er den militärischen Auftrag übernommen: „mit 30 Mann dem Feind den Übergang über die Salzach-Brücke in Bayern zu verwehren und anschließend ein Gebäude zu erstürmen, in dem sich der Feind verschanzt hatte“. Im Jahr 1742 wurde er zum „Capitaine de Grenadier à cheval“ (Rittmeister) durch den kaiserlichen Generalfeldmarschalls Prinz Ludwig Friedrich von Sachsen-Hildburghausen (1710-1759) befördert. Am 16. Oktober 1745 erhielt er die Befehlsgewalt über eine Hussarenkompanie des Regiments von Ferrary, diente als „Capitaine“ (Rittmeister) mit seinem 1. Regiment der Husaren unter Ladislas Ignace de Bercheny im Österreichischen Erbfolgekrieg. Alexander von Schwarz trat am 16. März 1757 in das neuaufgestellte französische „Regiment Royal-Nassau Hussards“ ein und wurde hier am 8. Juli 1757 zum „Capitaine en pied'' einem richtigen Hauptmann ernannt. Während des Siebenjährigen Krieges von 1756 bis 1763 nahm er an mehreren Schlachten teil, unter anderem bei Hastenbeck vom 28. bis 30. Juli 1757, wo er am Arm verwundet wurde. Im 2. Husaren-Chorps unter dem Kommando des Marquis von Chamborant hat er sich besonders ausgezeichnet und wurde in Anerkennung dessen am 22. Dezember 1757 zum „Lieutenant Colonel“ (Oberleutnant) befördert. Das bestehende Regiment Royal-Nassau wurde am 7. April 1758 auf vier Schwadronen mit insgesamt 600 Reiter verdoppelt und am 7. April 1758 in „Volontaires Royaux de Nassau“ umbenannt. Es folgte am 7. Mai 1758 eine weitere Neuaufstellung unter dem Baron de Blaisel und gleichzeitigdie Ernennung zum „Aide Majors de cavalerie“ (Major) im Regiment unter dem Namen „Volontaires Etrangers de Clermont-Prince“. Im Zuge dieser Umbenennung erfolgte eine weitere Beförderung am 15. Juli 1758 zum „Mestre de camp“ (Feldmeister der Kavallerie) und somit wurde jetzt Alexander von Schwarz zum Inhaber und gleichzeitig Kommandeur dieses Husarenregiments Royal-Nassau. Noch im gleichen Jahr am 2. Dezember 1758 wurde er durch den franz. König Ludwig XV. mit dem Orden Saint-Louis ausgezeichnet. Das Regiment Royal-Nassau schloss sich am 26. April 1759 dem Corps des Duc de Broglie an und nahm am 1. August 1759 an der Schlacht von Minden teil. Über Alexander von Schwarz liegt folgende Episode vor „In dieser Zeit des siebenjährigen Krieges, nach der Niederlage von Minden im August 1759 wird er in einem Bauernhaus beim Frühstück von 7 preußischen Reitern überrascht und aufgefordert, sich zu ergeben. Er macht vier Reiter mit seinen zwei Pistolen kampfunfähig, die restlichen drei ergaben sich vor Schreck“. Hierfür wird der Offizier Alexander von Schwarz von Prinz Wilhelm Heinrich von Nassau- Saarbrücken für seine außergewöhnlichen Fähigkeiten mit Ehren überschüttet: „Alexander von Schwarz ist Befehlshaber der leichten Kavallerie deren Beweglichkeit und Kühnheit seiner abenteuerlichen Unerschrockenheit entsprachen“.

Ernennung zum Baron

Am 16. November 1759 unterzeichnete Maximilian III. Josef, Kurfürst von Bayern (1745-1777), Pfalzgraf und Elektor des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation in seiner Residenz in München das Offizierspatent, das Alexander von Schwarz, Oberst und Kommandant des Regiments der Husaren von Royal-Nassau, in den Rang eines Barons des heiligen Reiches „Barons du Saint Empire“ erhob. Durch die Erhebung in den Adelsstand war es ihm erlaubt den Titel „Freiherr und Baron“ und ein Freiherrliches Adelswappen zu führen und zu benutzen. Am 23. Mai 1760 war das Regiment Royal-Nassau Teil der zentralen Vorhut von Broglie's Armee im siebenjährigen Krieg. Durch die Teilnahme an mehreren Schlachten Sandershausen, Duderstadt, Halberstadt (1760), Diedershausen, Langensalza, Ebeleben (1761) bis 1762 wurde er auch einige Male verwundet. Für die erfolgreichen Siege wurde Commandant von Schwarz mit seinen 100 Hussaren Royal-Nassau und Major d'Orb am 26. März 1761 vom Marschall de Rochambeau mit Hochachtung ausgezeichnet und am 27. September 1761 folgte die Beförderung zum „Colonel Lieutenant “ (Oberstleutnant). In Abwesenheit des König Ludwig XV. wurde Alexander von Schwarz am 9. April 1766 von der zweiten Tochter des Königs Madame Louise in Turin mit dem Titel „Colonel“ (Oberst) ausgezeichnet.

Das Ende seiner Militärlaufbahn

Über seine Gesamtdienstzeit liegt eine lakonische Feststellung vor die mehr aussagt, als große Untersuchungen „hat sich ausgezeichnet, sehr tapfer im Krieg, mit Wunden übersät“. Die Ernennung zum „Brigadier des armées du Roi“ (Brigadegeneral), der zweithöchste militärische Rang in der französischen Armee unter König Ludwig XV., erreichte ihn am 20. April 1768 in Berg, wohin er sich zu seinem Lebensabend zurück zog. Für Alexander von Schwarz beginnt ein neues Kapitel. Die ihm von König Ludwig XV. am 19. Juni 1768 zuerkannte Pension betrug 1.200 Livre (frz. Pfund). Dagegen kämpfte er an. Um seine ihm zustehende Pension von 4.200 Livre zu bekommen, setzte er sich in einer interessanten Schrift an seine Majestät in Paris auseinander, welch große Aufgaben er im Dienste des Königs hatte. Unter anderem wies er nach, dass er seine erste Kompanie für 34.000 Livre und eine zweite für 30.000 Livre erworben, zusammen also im Dienste seiner Majestät 64.000 Livre geopfert habe. Er hatte Erfolg. Er bekam zwar für die geltend gemachten 64.000 Livre keine Entschädigung, jedoch die ihm rechtens zugestandene Vollpension mit 4.200 Livre.

Im Jahr 1775 wird er noch im Regiment Royal-Nassau als Brigadier in einer französischen Militärliste geführt, welches im Jahr 1776 aufgelöst wurde. Die höchste Auszeichnung erhielt er unter dem „Ancien Régime“ am 1. März 1780 mit dem Titel „Maréchal de camp“ (Feldmarschall). Dieser Titel entsprach dem späteren „Général de brigade“, welcher erst ab dem Jahr 1793 offiziell geschaffen wurde. Es war der höchste reguläre Dienstgrad in der königlichen Armee unter dem Ancien Régime des Königs Ludwig XV. in Frankreich und somit die höchste Auszeichnung für einen verdienten Offizier. Alexander von Schwarz starb am 15. Dezember 1787 im Alter von 68 Jahren im Schloß zu Berg und wurde am darauffolgenden Tag unter großer Anteilnahme der ganzen Bevölkerung auf dem Friedhof bei der Kirche in Lauterburg beigesetzt. Seine Sterbeurkunde im Bischöflichen Ordinariat zu Straßburg trägt folgenden Vermerk: „Heute am 15. Dezember 1787 entschlief im Herrn zu Berg, wohlversehen mit den Sterbesakramenten der Kirche der Hochwohlgeborene Herr Alexander, Baron von Schwarz, 68jährig, und wurde auf dem Friedhof der Kirchengemeinde von Lauterburg beerdigt, wie mir (Pfarrer Brunck) von den anwesenden Zeugen schriftlich bezeugt wird“. Seine Beerdigung war für die Bevölkerung von Berg und Lauterburg eine große pompöse Inszenierung wie es die Annalen der Kirchenbücher von Berg und Lauterburg berichten. Von N. Wegmann.