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Amtsblatt der Verbandsgemeinde Hagenbach
Ausgabe 50/2018
Amtlicher Teil
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Brückenpreis 2018 – Ehrenamtliches Redaktionsteam „Scheiweda Blättel“

Stefan F. Sämmer, www.SAEMMER.eu, +49 163 7343300

„Bürgerschaftliches Engagement verbindet Menschen, baut Brücken zwischen verschiedenen Gruppen und Lebenswelten und ist damit ein wichtiger Faktor gesellschaftlicher Integration. Zudem werden innovative Ideen im bürgerschaftlichen Engagement sichtbar und laden zur Nachahmung ein“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie verlieh am Samstag den Preis „Engagement leben, Brücken bauen, Integration stärken in Zivilgesellschaft und Kommunen in Rheinland-Pfalz“. „Rheinland-Pfalz ist im bundesweiten Vergleich das Land mit der höchsten Ehrenamtsquote. Aus diesem Grund ist es mir ein persönliches Anliegen, die Themen Ehrenamt und Bürgerbeteiligung zu unterstützen. Im kommenden Jahr werde ich deshalb auf eine Ehrenamtsreise durch das ganze Land gehen. In meinen Begegnungen mit den Menschen vor Ort möchte ich mich mit den Engagierten austauschen und deren Geschichten, Erfahrungen und Ansichten hören“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Eine Jury hatte aus 74 Bewerbungen die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger des Brückenpreises bestimmt. Der Brückenpreis-Pokal ist einer stilisierten Brücke nachempfunden und nominiert alle Preisträgerinnen und Preisträger für den bundesweiten Dachpreis, den Deutschen Engagementpreis 2019. Außerdem erhielten zudem die ausgezeichneten Projekte und Initiativen 1.000 Euro zur Unterstützung ihres Engagements.

In der Kategorie „Bürgerschaftliches Engagement in grenzüberschreitender Zusammenarbeit“ erhielt das ehrenamtliche Redaktionsteam "Scheiweda Blättel", den diesjährigen Brückenpreis.

Irgendwann im Jahr 2017 stellte ein kleines Mädchen, Tochter einer deutschen Mutter (Jessica Heinrich, auf dem Bild mit Blumenstrauß) und eines portugiesischen Vaters (Martim Silva, auf dem Bild mit dem Brückenpreis), die Frage, warum es für die beiden Grenzgemeinden Scheibenhardt (D) und Scheibenhard (F) keine gemeinsame, zweisprachige Dorfzeitung gibt. Schon bald fanden sich diesseits und jenseits des Grenzflusses „Lauter“ immerhin sechzehn engagierte und hoch motivierte Hobby-Journalisten zusammen, um genau diese Idee mit viel Herzblut zu realisieren, tatkräftig unterstützt durch die beiden Ortsbürgermeister. Und schon im Frühjahr 2018 erschien für die rund 1500 Bürger von beiden Scheibenhard(t)s die erste zwölfseitige Ausgabe des „Scheiweda Blättel“. Nicht nur Berichte über gemeinsame Veranstaltungen der Gemeinden und Aktivitäten der Ortsvereine „hüben und drüben“ werden jeweils in Deutsch und Französisch thematisiert, sondern auch Anekdoten aus der bewegten Geschichte beider Orte, Einblicke in historische Zusammenhänge, Kochrezepte, Rätsel, Porträts, Interviews und Leserbriefe finden Platz in dem Blättel.

Zielsetzung ist dabei, den Ausbau bestehender Kontakte zwischen Vereinen und Bürgern beiderseits der Grenze zu fördern, Ressentiments abzubauen und Hemmnisse wie Sprachbarrieren zu überwinden, aber hier auch ein lokales Zeichen für ein „Europa ohne Grenzen“ zu setzen. Die durchweg positive Resonanz der Einwohner auf beiden Seiten bestätigt die Wichtigkeit des Konzepts. Das Blatt wird kostenlos in Eigenregie verteilt, alle Redaktionsmitglieder arbeiten ehrenamtlich, die Finanzierung der Druckkosten soll ausschließlich über Werbung ortsnaher Firmen und durch Spenden erfolgen.

Die ersten beiden Ausgabe waren ein voller Erfolg und hat das Redaktionsteam in seiner Arbeit gestärkt das Projekt weiter voranzubringen. Ein Rhythmus von 3-4 Ausgaben pro Jahr wird angestrebt. Die Perspektiven sind gut, um das "Scheiweda Blättel" zu einer festen Größe im kulturellen Leben der beiden Orte werden zu lassen.