Quelle: www.sgdsued.rlp.de
In der Vergangenheit gab es immer wieder Interessenskonflikte und Beschwerden wegen der niedrigen Wasserstände in Neuburg. Das Problem wird durch die fortschreitenden klimatischen Veränderungen und damit einhergehenden Verlandungen zusätzlich verschärft. Das heißt: Es sammelt sich Schlamm an und die Ufer werden langsam zu Land.
Am 16. Juni 2025 gab es ein Treffen in der Verbandsgemeindeverwaltung Hagenbach. Ziel des Gesprächs waren unterschiedliche Ursachen zu verstehen und nach Lösungen zu suchen. Schließlich wurde über das Ergebnis in der Sitzung des Ortsgemeinderats Neuburg am 27.08.2025 informiert.
Es gibt hier nach wie vor Meinungsverschiedenheiten in Neuburg. Dies nehmen wir zum Anlass, ausführlich an dieser Stelle zu informieren.
Ein wichtiger Grund für die Probleme ist das Klima. In den letzten Jahren gibt es nur noch saisonal (Oktober bis Februar) ausreichend und flächendeckend Wasser. In den anderen Monaten ist es oft sehr trocken. Das wirkt sich auf Flüsse, Bäche und das Grundwasser aus, sowohl oberirdisch, als auch unterirdisch. In diesem Zusammenhang hat es auch deutliche Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt. Man sieht beispielsweise schon heute deutlich, dass die Uferbereiche immer mehr verlanden.
Schöpfwerk Neuburg:
Unter Beteiligung aller Interessensvertreter wurde bereits im Jahr 2023 mit einer Wasserhaltung- in Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde (SGD Süd Neustadt)- probeweise begonnen. Dies führt jedoch immer wieder zu technischen Problemen bei der automatisierten Steuerung am Schöpfwerk Neuburg.
Wenn das Wasser nicht richtig fließt, reinigt sich das Gewässer nicht selbst und Schlamm setzt sich an den technischen Anlagen fest. Die Reinigung der technischen Anlage ist nur mit enormen Aufwand durchzuführen. Dadurch ist der Hochwasserschutz und die doppelte Deichsicherheit nicht mehr vollständig gewährleistet.
Seit Ende 2023 arbeitet auch die SGD Süd als obere Wasserbehörde an dem Problem und bemüht sich um eine technische Lösung. Hierzu wurden bereits Untersuchungen und Planungen in Auftrag gegeben. Erste Maßnahmen werden aktuell geprüft und erste Ergebnisse in Kürze erwartet.
Auch wenn eine solche Niedrigwasser-Regelung eingerichtet werden kann, bleibt der Wasserstand nicht immer optimal. Das hatte das Jahr 2023 gezeigt. Weil es damals kaum geregnet hatte, kam kein neues Wasser nach. Gleichzeitig verdunstete viel Wasser durch die Hitze. Deshalb sank der Wasserstand trotz aller Maßnahmen
Dies bedeutet, dass selbst wenn die Technik verbessert werden kann, wird das eigentliche Problem bestehen bleiben: Die Gewässer verlanden weiter, und die Wasserstände sinken. Jedes Jahr lagern sich etwa 1 bis 1,5 Zentimeter Schlamm ab.
Entschlammung:
Auch über eine Entschlammung wurde gesprochen. Grundsätzlich könnte eine Entschlammung zur Verbesserung der Situation beitragen. Allerdings werden mittlerweile so hohe rechtliche Rahmenbedingungen an die Entsorgung des Schlamms gestellt, dass es nahezu unmöglich erscheint, diesen entsorgen zu können. Darüber hinaus sind die Kosten der Entschlammung voraussichtlich nicht zu stemmen.
Aussichten:
Alle Beteiligten wollen gemeinsam eine Lösung finden. Die Verbandsgemeinde Hagenbach hat deshalb einen Plan zur Pflege und Entwicklung der Gewässer in Neuburg in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten befindet kurz vor der Fertigstellung. Die Verbandsgemeinde Hagenbach erwartet daraus klare Erkenntnisse zur weiteren Vorgehensweise in Neuburg.
Unabhängig von technischen Lösungen oder Erkenntnissen aus dem Gewässerpflege- und Entwicklungsplan ist aber auch: Der Klimawandel bringt neue Herausforderungen und hohe Kosten für die Gemeinden.
Deshalb müssen wir alle gemeinsam überlegen, was wir verändern können. Wir müssen neue Wege finden, damit wir auch in Zukunft gut mit der Situation leben können.