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Amtsblatt VG Herxheim
Ausgabe 20/2026
Amtlicher Teil
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Bürgerinformation der Ortsgemeinde Herxheim

Umgang mit der invasiven Ameisenart Tapinoma magnum

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

in den vergangenen Jahren ist in Herxheim vermehrt die invasive Ameisenart Tapinoma magnum aufgetreten. Diese gebietsfremde Art hat bereits in zahlreichen Gemeinden erhebliche Schäden verursacht und stellt auch für unsere Gemeinde eine ernstzunehmende Herausforderung dar.

Aktuelle Situation in Herxheim

Die Ortsgemeinde bekämpft Tapinoma magnum seit inzwischen zwei Jahren konsequent und mit unterschiedlichen Methoden. Dabei konnten an bekannten Befallsstellen deutliche Erfolge erzielt und das Aufkommen spürbar eingedämmt werden. Dennoch erreichen uns weiterhin Meldungen über neue Vorkommen, insbesondere auf privaten Grundstücken. Eine nachhaltige Eindämmung ist daher nur durch gemeinsames Handeln möglich.

Warum ist Tapinoma magnum problematisch?

Tapinoma magnum bildet sogenannte Superkolonien. Das bedeutet, dass viele Nester miteinander verbunden sind und mehrere Königinnen existieren. Dadurch kann sich die Population sehr schnell ausbreiten und ist besonders schwer zu bekämpfen. Herkömmliche Ameisenmittel zeigen oft keine ausreichende Wirkung, da sie nicht gezielt die Königinnen erreichen, die für das Überleben der Kolonie entscheidend sind.

Bevorzugte Lebensräume

Diese Ameisenart bevorzugt vor allem trockene, warme und sandige Böden. Besonders häufig betroffen sind:

  • Flächen mit wenig oder keiner Vegetation
  • Versiegelte oder teilversiegelte Bereiche (z. B. Pflasterflächen, Terrassen)
  • Steingärten und Schotterflächen

Steingärten bieten ideale Bedingungen: Die lockere Struktur ermöglicht den Ameisen, weit verzweigte Gangsysteme anzulegen, während die Steine Wärme speichern und ein konstantes Mikroklima schaffen. Gleichzeitig fehlt es oft an dichter Bepflanzung, die natürliche Feuchtigkeit und biologische Konkurrenz fördern würde. Dadurch entstehen optimale Lebensräume für Tapinoma magnum.

Erkennungsmerkmale

Ein charakteristisches Merkmal zur Identifikation von Tapinoma magnum ist ihr Geruch: Wenn einzelne Ameisen zwischen den Fingern zerdrückt werden, verströmen sie einen auffällig bitteren, unangenehmen Geruch, der häufig mit verdorbener Butter verglichen wird. Dieser Geruch entsteht durch spezielle Abwehrstoffe der Ameisen und ist ein relativ zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal zu heimischen Arten.

Hinweise zur Bekämpfung
  • Eine erfolgreiche Bekämpfung erfordert in der Regel die Zerstörung der gesamten Kolonie, insbesondere der Königinnen.
  • Handelsübliche Ameisenmittel sind häufig nicht ausreichend wirksam.
  • Der unsachgemäße Einsatz von Insektiziden wird ausdrücklich nicht empfohlen, da dabei auch nützliche heimische Insekten geschädigt werden können.

Die Ortsgemeinde Herxheim hat in den letzten zwei Jahren gute Erfahrungen mit folgenden Mitteln gemacht:

  • Kieselgur (Diatomeenerde)
  • Nematoden (Fadenwürmer)

Beide Produkte sind frei im Handel erhältlich. Dennoch ist es wichtig, sich vor der Anwendung genau über den gezielten und sachgerechten Einsatz zu informieren, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen.

Gemeinsames Vorgehen ist entscheidend

Ein isoliertes Vorgehen auf einzelnen Grundstücken reicht in der Regel nicht aus. Da sich die Ameisen über Grundstücksgrenzen hinweg ausbreiten, ist eine koordinierte Bekämpfung notwendig.

Wenn Ihr Grundstück betroffen ist, informieren Sie bitte auch Ihre Nachbarn und stimmen Sie Maßnahmen möglichst gemeinsam ab.

Meldung von Verdachtsfällen

Bei Unsicherheiten oder Verdachtsfällen können Sie sich an die Verbandsgemeindeverwaltung Herxheim wenden:

07276 – 501 0

Die Gemeinde unterstützt Sie bei der Einschätzung und gibt Hinweise zum weiteren Vorgehen.

Fazit

Tapinoma magnum ist eine invasive Ameisenart, deren Ausbreitung ernst genommen und aktiv bekämpft werden muss. Die bisherigen Maßnahmen zeigen Wirkung, erfordern jedoch weiterhin die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Ihr 
Sven Koch
Ortsbürgermeister