Mit dem Frühjahr begann im Wald die Brut- und Setzzeit. Für viele Tierarten ist dies eine besonders sensible Phase. Deshalb werden notwendige Arbeiten im Wald sorgfältig geplant und soweit möglich so durchgeführt, dass Störungen für die Tierwelt möglichst gering gehalten werden.
Parallel dazu wurden die im Winter festgestellten Maßnahmen zur Verkehrssicherung umgesetzt. Entlang von Straßen, Wegen und Erholungseinrichtungen mussten einzelne Bäume entfernt oder zurückgeschnitten werden, bei denen eine Gefährdung für Waldbesucherinnen und Waldbesucher bestand.
Ein weiterer Schwerpunkt der vergangenen Monate und des laufenden Sommers ist die Pflege der jungen Waldbestände. Die in den vergangenen Jahren angelegten Kulturen müssen regelmäßig kontrolliert werden. Dabei wird der Anwuchserfolg beurteilt, mögliche Ausfälle werden erfasst und die jungen Bäume werden vor einer Überwucherung durch Konkurrenzvegetation geschützt.
Diese Arbeiten erfolgen überwiegend in Handarbeit oder mit dem Freischneider. Je nach Standort und Witterungsverlauf müssen die Kulturen zwei bis drei Mal innerhalb einer Vegetationsperiode freigeschnitten werden. Besonders Brombeeren, Adlerfarn, Kermesbeere und andere stark wachsende Pflanzen können den jungen Bäumen Licht, Wasser und Nährstoffe entziehen. Die Kulturpflege ist daher eine wichtige Grundlage dafür, dass sich aus den Pflanzungen stabile und klimaanpassungsfähige Waldbestände entwickeln können.
Die zurückliegende Hitzeperiode hat erneut gezeigt, welchen Belastungen unsere Wälder inzwischen ausgesetzt sind. Nicht nur wir Menschen haben unter den hohen Temperaturen gelitten. Auch die Bäume reagieren auf Hitze, intensive Sonneneinstrahlung und Trockenheit. Besonders junge Pflanzungen stehen in den ersten Jahren unter erheblichem Stress. Aber auch in älteren Beständen sind stellenweise bereits deutliche Kronenverlichtungen als Folge der vergangenen Trockenjahre erkennbar.
Bleibt zu hoffen, dass wir im weiteren Verlauf des Sommers von längeren Hitzeperioden verschont bleiben und stattdessen der ein oder andere Tropfen Wasser vom Himmel fällt.
Im Laufe des Sommers stehen außerdem wieder Arbeiten zur Unterhaltung der Waldwege an. Dazu gehören unter anderem das Freischneiden des Lichtraumprofils sowie das Mulchen der Wegeseitengräben. Soweit möglich werden diese Maßnahmen in die Sommermonate gelegt, um während der Brut- und Setzzeit Konflikte mit der Tierwelt zu vermeiden.
Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die reguläre Holzernte. Die Maßnahmen wurden bereits im vergangenen Winter geplant und auf die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten abgestimmt. Dabei spielen neben der nachhaltigen Nutzung des Rohstoffes Holz vor allem der Schutz des Waldbodens und die Erhaltung der Bodenfunktionen eine wichtige Rolle.
Aufgrund der häufig grundwasserbeeinflussten und damit sensiblen Standorte im Revier müssen die Arbeiten teilweise früher im Jahr durchgeführt werden. Die eingesetzten Forstmaschinen fahren ausschließlich auf den dauerhaft angelegten Rückegassen, die in der Regel im Abstand von 30 bis 40 Metern verlaufen. Dadurch wird die Befahrung auf einen möglichst kleinen Teil der Waldfläche begrenzt und der übrige Waldboden geschont.
Gerade in den Herbst und Wintermonaten können diese Rückegassen durch anhaltende Niederschläge und aufgeweichte Böden besonders empfindlich sein. Um starke Bodenbeeinträchtigungen und tiefe Fahrspuren zu vermeiden, werden die Holzerntemaßnahmen deshalb möglichst in die trockeneren Monate verlegt.
Wie bereits im vergangenen Newsletter beschrieben, lag ein Schwerpunkt der Arbeiten in den vergangenen Monaten auf den Verkehrssicherungsmaßnahmen entlang der L542 und der K44. Die dort seit mehreren Jahren zunehmenden Schäden an den Kiefern sind vor allem auf die anhaltende Trockenheit sowie den starken Mistelbefall zurückzuführen. Im Zuge der Maßnahmen wurden insbesondere bereits abgängige Kiefern entnommen. Bei den Arbeiten zeigte sich zudem, dass viele der betroffenen Bäume im Stammfußbereich bereits deutliche Fäulen aufwiesen und dadurch ihre Standfestigkeit eingeschränkt war.
Gleichzeitig wurde versucht, die notwendigen Eingriffe mit der langfristigen Entwicklung ökologisch wertvoller Waldränder zu verbinden. Der vorhandene Unterstand, der vor allem aus Hainbuche, Buche und vereinzelt Eiche besteht, wurde gezielt erhalten. Zusammen mit den bereits eingebrachten Sträuchern soll sich hier langfristig ein gestufter Waldrand entwickeln. Solche Waldränder erfüllen wichtige ökologische Funktionen. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tier und Pflanzenarten, erhöhen die Stabilität der angrenzenden Waldbestände und tragen zu einem vielfältigeren Landschaftsbild bei.
Die Verkehrssicherung, insbesondere entlang viel befahrener Straßen, stellt uns als Revierleiter regelmäßig vor schwierige Entscheidungen. Einerseits muss die Sicherheit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gewährleistet werden. Andererseits sollen die Kosten der Maßnahmen möglichst wirtschaftlich gehalten werden und gleichzeitig ein ansprechendes Waldbild erhalten bleiben. Deshalb werden häufig längere Abschnitte zusammenhängend bearbeitet, anstatt einzelne Bäume in kurzen Abständen zu entnehmen.
Diese Abwägung zwischen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ästhetik ist nicht immer einfach. Die Anforderungen an die Verkehrssicherung haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Ein festes Standardschema gibt es hierbei nicht. Jeder Bestand muss individuell betrachtet und bewertet werden. In der Praxis bedeutet das, verschiedene Maßnahmen abzuwägen und gemeinsam mit der weiteren natürlichen Entwicklung des Waldes Lösungen zu finden.
Neben der Verkehrssicherung bleibt auch die Pflege der jungen Waldbestände ein wichtiger Schwerpunkt. Den ganzen Sommer müssen die in den vergangenen Jahren angelegten Kulturen kontrolliert und gepflegt werden. Besonders in den ersten Jahren entscheidet sich, ob sich die jungen Bäume erfolgreich etablieren können. Neben der Kontrolle möglicher Ausfälle steht dabei vor allem der Schutz vor Konkurrenzvegetation im Mittelpunkt. Durch das Freischneiden erhalten die jungen Pflanzen ausreichend Licht und Raum, um sich langfristig zu stabilen Mischbeständen entwickeln zu können.
Die diesjährigen Holzerntemaßnahmen beginnen bereits in den kommenden Tagen, voraussichtlich ab Mitte Juli. Wie bereits in den vergangenen Jahren liegt ein Schwerpunkt der Arbeiten auf der Entnahme abgängiger Kiefern. Die mehrjährigen Trockenperioden haben den Kiefern in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Zusätzlich führt der zunehmende Mistelbefall dazu, dass viele Bäume ihre Vitalität verlieren und nach und nach absterben.
Diese Entwicklung stellt uns vor zwei Herausforderungen. Zum einen können abgestorbene und geschwächte Kiefern zu einer Gefahr für Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden, insbesondere entlang viel genutzter Wege. Zum anderen verlieren die Bäume mit zunehmendem Absterbeprozess an Holzqualität und können nicht mehr oder nur noch eingeschränkt als wertvoller Rohstoff für die Holz-, Bau- und Möbelindustrie genutzt werden. Ziel der Maßnahmen ist es daher, die betroffenen Bäume rechtzeitig zu nutzen und gleichzeitig die Sicherheit im Wald zu gewährleisten.
Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt im östlichen Herxheimer Wald südlich des Ochsenweges sowie im Bereich der Grabhügel. Diese Bereiche werden von Erholungssuchenden besonders stark genutzt. Im Bereich der Grabhügel erfolgte im Vorfeld ein enger Austausch mit dem Denkmalschutz. Die geplanten Maßnahmen wurden abgestimmt und entsprechend genehmigt, um die Grabhügel als wichtige kulturhistorische Zeugnisse bestmöglich zu schützen.
Aufgrund des Erholungsschwerpunktes ist es unser Ziel, die notwendigen Arbeiten so zügig wie möglich durchzuführen und die Beeinträchtigungen für die Waldbesucherinnen und Waldbesucher möglichst gering zu halten.
Während der Holzerntemaßnahmen müssen aus Sicherheitsgründen einzelne Wege zeitweise gesperrt werden. Wo möglich, werden entsprechende Umleitungen eingerichtet, damit die Erholungsnutzung weiterhin gewährleistet werden kann. Auch das Rheinzaberner Päddel muss für einen begrenzten Zeitraum gesperrt werden.
Die Sperrungen dienen ausschließlich der Sicherheit. Während der Holzernte besteht durch fallende Bäume, Rückearbeiten und den Einsatz großer Maschinen Lebensgefahr. Ich bitte daher bereits im Vorfeld um Verständnis und darum, die Absperrungen unbedingt zu beachten. Auch im Gemeindewald Rohrbach kann es im Zuge der Arbeiten zu kurzzeitigen Sperrungen entlang des Hauptweges kommen. Im Insheimer und Impflinger Wald werden die geplanten Holzerntemaßnahmen voraussichtlich erst im September und Oktober durchgeführt.
Das bei den Holzerntemaßnahmen anfallende Brennholz wird wie in den vergangenen Jahren aufgearbeitet und an den Waldwegen gepoltert bereitgestellt. Ab dem 01.09. bis zum 31.10. kann dieses wieder digital über das Brennholzportal auf der Website des Forstamtes Haardt reserviert werden.
Herzliche Grüße aus Ihrem Wald