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Amtsblatt VG Herxheim
Ausgabe 31/2026
Nichtamtlicher Teil
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Magie und Aberglauben im Mittelalter

Was geschah mit der Fledermaus? Museumsleiterin Lhilydd Frank auf den Spuren alten Aberglaubens.

 

Sonderausstellung im Museum Herxheim gewährt Einblicke in den Lebens- und Glaubensalltag des Mittelalters

Was tun, wenn Ernten vertrocknen, Epidemien wüten und die Medizin keine Antworten weiß? Für die Menschen des Mittelalters war die Welt voller unsichtbarer Gefahren – aber auch voller magischer Auswege. Seit dem 12. Juni beleuchtet das Museum Herxheim in einer neuen Sonderausstellung, wie tief Aberglaube und Okkultismus den damaligen Alltag prägten und entführt Besucher:innen in eine faszinierende, von Schutz- und Abwehrzaubern geprägte Gedankenwelt.

In einer Symbiose aus antikem Wissen, heidnischen Brauchtümern, christlichen Riten sowie arabischen und jüdischen Einflüssen versuchten die Menschen, das Unbekannte und Unberechenbare kontrollierbar zu machen. Welchen Tieren, Pflanzen und Steinen wurden okkulte Kräfte zugeschrieben? Mit welchen Methoden versuchte man, die Zukunft vorherzusagen oder Feinde zu bezwingen? Wie schützte man sich vor unsichtbaren Kräften und Mächten? Ob die Wunderkraft von Heilsteinen, magische Pflanzen, Prognosen zur Zukunftsschau oder Rituale zur Abwehr von Feinden: Die Ausstellung „Magie und Aberglauben im Mittelalter“ macht all das erlebbar.

„Wenn wir genau hinsehen, stellen wir fest, dass Magie nie ganz verschwunden ist – sie begleitet uns bis heute in Form von kleinen Schutzritualen und Alltagsaberglauben. Wir pusten z. B. die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen aus, drücken die Daumen und klopfen auf Holz. Im Mittelalter war Magie kein isoliertes Phänomen, sondern ein fester Bestandteil in einem komplexen Weltbild, in dem christlicher Glaube, mystische Vorstellungen und magische Rituale trotz aller Widersprüche gleichwertig nebeneinander existieren konnten. Der Glaube an übersinnliche Unterstützung war ein Anker im von Unsicherheit geprägten Alltag“, erklärt Museumsleiterin Lhilydd Frank.

 

Neben zahlreichen spannenden Exponaten bietet die Ausstellung auch interaktive Mitmachstationen für Groß und Klein. So können Gäste etwa lernen, wie man mit Buntstiften und Malvorlage „Drachen zähmt“, oder sie können nach historischem Vorbild eigene Sigillen und Schutzamulette herstellen. Auch ein mittelalterliches Strategiespiel für zwei Personen erfreut sich großer Beliebtheit. Und wer noch tiefer einsteigen möchte, kann die Ausstellung im Rahmen einer Führung besuchen und das museumspädagogische Angebot wahrnehmen.

Begleitprogramm

Begleitend zur Ausstellung veranstaltet das Museum Herxheim eine kleine Vortragsreihe (Eintritt jeweils 5 € zzgl. Museumseintritt):

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10. September, 19 Uhr:

„Wegen vielgeübter Zauberey und Hexenwerck – Hexenverfolgung um Landau 1584 bis 1595“ (Rolf Übel)

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22. Oktober, 19 Uhr:

„Backe, backe Kuchen…“: Spannende Ess- und Trinkgeschichte(n) aus dem Mittelalter (Susanne Hilz-Wagner)

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26. November, 19 Uhr:

Vortrag von Harald Wintermantel: „Aberglaube, Pest und Cholera - von Heiligenanhängern und anderen Beigaben in frühneuzeitlichen Gräbern“

Angebote für Gruppen

Für Schulklassen, Kindergeburtstage, Betriebsausflüge und private Gruppen bietet das Museum Herxheim individuell angepasste Führungen und thematisch abgestimmte Workshops an.

Kontakt für Buchungen und Informationen:

Museumsleiterin Lhilydd Frank | 0170 7940527 | frank@museum-herxheim.de