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Amtsblatt VG Herxheim
Ausgabe 44/2026
Amtlicher Teil
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Wie das Klima schützen?

Von Seegraswiesen in der Ostsee bis zum Herxheimer Bruch

Heiße Sommer, ausbleibende Niederschläge und zunehmende Wetterextreme zeigen, wie wichtig wirksame Maßnahmen zum Schutz unseres Klimas sind. Ein wichtiger Ansatz ist der natürliche Klimaschutz. Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) unterstützt das Bundesumweltministerium Projekte, die natürliche Lebensräume stärken und ihre Fähigkeit verbessern, CO₂ langfristig zu speichern. Auch die Renaturierung des Herxheimer Bruches wird im Rahmen dieses Programms mit 90 Prozent gefördert.

Dass Herxheim mit seinem Projekt über die Region hinaus Beachtung findet, zeigte sich bei der Abschlussveranstaltung der ANK-Themenwoche unter dem Motto „Natur stärken - Klima schützen“ in Berlin. Die Gemeinde war eingeladen, die Renaturierung des Herxheimer Bruches als Beitrag zum natürlichen Klimaschutz auf einem Poster vorzustellen. Besonders bemerkenswert: Das Projekt aus Herxheim war der einzige Beitrag aus Rheinland-Pfalz.

Vorgestellt wurde das Vorhaben von Kurt Garrecht, Landschaftsarchitekt und leitender Planer für die ökologische Entwicklung im Herxheimer Bruch. Damit erhielt die Arbeit vor Ort eine Bühne auf Bundesebene - gemeinsam mit Projekten aus anderen Regionen Deutschlands, die zeigen, wie vielfältig natürlicher Klimaschutz umgesetzt werden kann.

„Die Renaturierung des Herxheimer Bruches zeigt, wie wir durch die ökologische Entwicklung unserer Landschaft einen konkreten Beitrag zum Klima- und Naturschutz leisten können. Dabei geht es nicht nur darum, natürliche Lebensräume zu erhalten, sondern sie so zu stärken, dass sie ihre wichtigen Funktionen langfristig erfüllen können“, erläutert Kurt Garrecht die Bedeutung des Projekts.

Die vorgestellten Vorhaben verdeutlichten die Bandbreite des natürlichen Klimaschutzes. Pflanzen entnehmen durch Photosynthese CO₂ aus der Luft und speichern in Form eigener Biomasse. Abgestorbene pflanzliche Biomasse wird besonders in intakten humusreichen Böden, intakten Mooren und Wäldern oder auch unter Wasser in den genannten Seegraßwiesen der Ostsee gespeichert. Deshalb ist die Humusbildung oder die Wiedervernässung von Mooren so wichtig für den Klimaschutz.

Die Beispiele aus den Bundesländern reichten von Bürgergärten auf entsiegelten Parkplatzflächen in Bremen über die Wiedervernässung von Wäldern und Mooren in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bis hin zur Öffnung von Sommerdeichen, um Salzwiesen im Wattenmeer wieder zu vernässen. Mecklenburg-Vorpommern präsentierte unter anderem Maßnahmen zur Förderung von Seegraswiesen in der Ostsee und zur Moorwiedervernässung.

In diesem bundesweiten Umfeld wurde deutlich, dass auch das Herxheimer Bruch einen wichtigen Beitrag leisten kann. Während einige Projekte wissenschaftlich begleitet werden, setzen andere gezielt auf die Beteiligung der Bevölkerung. Auch die Renaturierung in Herxheim bietet die Möglichkeit, Menschen für die Bedeutung intakter Naturräume zu sensibilisieren und sie für den Klima- und Naturschutz vor der eigenen Haustür zu gewinnen.

Ortsbürgermeister Sven Koch freut sich über die Aufmerksamkeit, die dem Projekt durch die Präsentation in Berlin zuteilwurde. „Es ist eine schöne Anerkennung für Herxheim, dass unser Projekt in Berlin vorgestellt wurde und Rheinland-Pfalz vertreten konnte. Das zeigt, dass sich unser Einsatz für die ökologische Entwicklung des Herxheimer Bruches auch über die Gemeindegrenzen hinaus sehen lassen kann. Darauf können wir stolz sein.“

Die Abschlussveranstaltung wurde durch Podiumsdiskussionen zum natürlichen Klimaschutz sowie durch Erfahrungsberichte und Einblicke in die bisherige Umsetzung des Aktionsprogramms ergänzt. Dabei ging es auch um die Chancen, die sich aus der Wiederherstellung und Stärkung natürlicher Lebensräume ergeben.

Die Präsentation in Berlin ist für Herxheim ein erfreuliches Signal: Engagement für Klima und Natur beginnt vor Ort - und kann auch bundesweit wahrgenommen werden. Mit der Renaturierung des Herxheimer Bruches zeigt die Gemeinde, wie kommunales Handeln ökologische Verantwortung übernehmen und einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft leisten kann. Denn natürlicher Klimaschutz beginnt direkt vor unserer Haustür - und das Klima geht uns alle an.