Fotos: Rich Serra (www.rich-serra.de)
Mit großer Spannung wurde das erste Unplugged-Konzert der Band Honey Creek erwartet – und die Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Unter dem Titel „The Honey Creek Acoustic Experience“ verwandelte sich die Kulturhalle Heusweiler am vergangenen Samstag in einen Ort intensiver musikalischer Emotionen und außergewöhnlicher Klangwelten. Die Band, bislang vor allem durch ihre elektrischen Auftritte beim Sommersound Festival sowie bei „Sonntags am Schloss“ in Saarbrücken – dokumentiert auch durch ein Live-Album – bekannt und regelmäßig im Radio präsent, zeigte sich an diesem Abend von einer völlig neuen Seite. Niemand wusste im Vorfeld genau, was ihn erwarten würde – doch bereits lange Schlangen vor der ausverkauften Halle ließen erahnen, dass dieser Abend etwas Besonderes werden würde. Besonders bemerkenswert: Die am weitesten angereisten Gäste machten mit einem mitgebrachten Plakat auf sich aufmerksam und gaben sich stolz als Fans aus Wilhelmshaven zu erkennen – ein eindrucksvoller Beleg für die stetig wachsende Reichweite der Band.
Die Bühne präsentierte sich als akustisches Klanglabor: Sitar, Mandoline, Akustikbass, umgestimmte Slidegitarre, mehrere akustische Gitarren sowie ein feines, traditionsreiches Ludwig-Drumset bildeten die Grundlage für ein einzigartiges Musikerlebnis. Am Schlagzeug überzeugte Martin Donner mit gekonnter Rhythmik, außergewöhnlichem Feingefühl und einem warmen, differenzierten Sound. Mit großer musikalischer Souveränität führte er durch die Arrangements und verband mühelos Elemente von Rumba, Reggae bis hin zu Jazz – alles eigens für dieses Programm neu interpretiert.
Mit dem Titelsong ihres Debütalbums „Devil’s Lullaby“ eröffnete die Band das Konzert und wurde sofort mit frenetischem Applaus belohnt. Sänger James Boyle überzeugte mit seiner ausdrucksstarken, dramatischen Stimme ebenso wie mit persönlichen Anekdoten – etwa zur Entstehung des Songs „Sleeping with the Lights On“, dessen Thematik angesichts aktueller Krisen eine besondere Aktualität erhielt.
Am akustischen Bass setzte Constantin Houy markante Akzente und überzeugte durch seine ausgeprägte Stilsicherheit sowie ein sensibles musikalisches Gespür. Mit seinem warmen, tragenden Sound bildete er einen wirkungsvollen Kontrapunkt zu den filigranen Gitarrenarrangements und verlieh den Songs zusätzliche Tiefe.
Multiinstrumentalist Michael Reufsteck begeisterte durch Virtuosität und Vielseitigkeit: Ein besonderer Höhepunkt war sein bislang unveröffentlichter Titel „Riding with the Wind“, den er als eindrucksvolles Sitar-Intro präsentierte, bevor die Band in „Saylor for your Love“ überging. Ebenso eindrucksvoll war seine Interpretation von „Cruisin’“ auf der Slidegitarre im Open-G-Tuning, angelehnt an den Stil von Keith Richards, die in eine kraftvolle Version von „Rollin’ and Tumblin’“ mündete – einem Klassiker, der durch Eric Clapton weltweite Bekanntheit erlangte.
Auch die Singer-Songwriterin Easy wurde vom Publikum mit begeistertem Applaus gefeiert. Mit ihrem poetischen und zugleich kraftvollen Programm zog sie die Zuhörerinnen und Zuhörer mühelos in ihren Bann.
Die intensive Interaktion zwischen Band und Publikum – rhythmisches Mitklatschen, gemeinsames Singen und herzhaftes Lachen über die humorvollen Einlagen von James Boyle – machte den Abend zu einem rundum gelungenen Erlebnis. Selbst nach Konzertende riss die Begeisterung nicht ab: Bei der anschließenden Autogrammstunde zeigten sich Fans und Besucher voller Lob und äußerten den Wunsch nach einer Wiederholung.
Wir bedanken uns für die tolle Acoustic-Premiere von Honey Creek in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Heusweiler und Kawumm Records. Mit dem Konzert ist ein eindrucksvoller kultureller Erfolg gelungen, der nach Fortsetzung verlangt.