Seit 2021 werden 25.000 m² innerörtlicher Wiesenflächen insektenfreundlich mit einem Balkenmähsystem gemäht. Die herkömmlichen Mulchmäher, die vielfach auch in unseren Gärten zum Einsatz kommen, mähen den Bewuchs meist bis auf die Grasnarbe. Das gemähte Gras wird, ähnlich der Funktion eines Mixers, so lange gehäckselt, bis es in ganz kleine Stücke zerfasert auf den Boden fällt und dann zwischen den stehengebliebenen Halmen verschwindet. Dort wird es zersetzt und in Nährstoffe umgewandelt. Es ist nachvollziehbar, dass durch einen solchen Mähgang viele Insekten und auch Kleinstlebewesen verletzt oder getötet werden können. Balkenmähsysteme dagegen schneiden den Bewuchs, was schonender für die Pflanzen ist. Und wenn man die Schnitthöhe auf 10 cm einstellt, werden die Insekten wie auch unterschiedlichste andere Tierarten geschont. Durch den Abtransport des angefallenen Schnittgut werden dem Boden keine Nährstoffe zugeführt, sondern die Fläche nach und nach ausgemagert. Das wiederum wirkt sich positiv auf die typische Wiesenvegetation aus, die nährstoffarmes Substrat bevorzugt.
Die erste Mahd findet jedes Jahr Mitte Juni statt. Am vergangenen Donnerstag war die Wiese hinterm Rathaus an der Reihe. Trotz der schon sehr lange anhaltenden Trockenheit waren noch viele typische Wiesenarten wie Schafgarbe, Wiesenflockenblume, Wilde Möhre oder auch Malven in voller Blüte. Fast hat es einem leidgetan, dass die Fläche gemäht wurde, da jetzt das Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten, die von den vielen Blüten angelockt wurden, mit einem Schlag weggefallen ist. Stattdessen erfreut jetzt ein wunderschöner Wildblumenstrauß den Fachbereich 5. Man kann nur hoffen, dass es bald ausgiebigen Regen gibt und die Wiese wieder erblühen kann. Nicht nur unsere Wildpflanzen würden sich über ein kräftiges Nass von oben freuen, sondern auch Landwirte und Gartenbesitzer.