Titel Logo
Illinger Seiten
Ausgabe 27/2026
>> Leben in Illingen
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

der Senioren-Sicherheits-Berater informiert

 

Senioren-Sicherheits-Berater für die Gemeinde Illingen:

Reimund Detambel

Alfred Spaniol

Tel.: 06825-4049071

Tel.: 06825-496297

Gefahren an der Haustür - So bleiben Sie sicher

Ein häufiger Ort für Straftaten bei Seniorinnen und Senioren ist die Wohnung. Straftäter versuchen mit unterschiedlichsten Methoden, sich Zugang zu verschaffen. Mal geben die Täter vor, in einer Notlage zu sein (z.B. Durst, Hunger, Toilettenbesuch), etwas günstig verkaufen zu können (z.B. Teppiche, Lederwaren, Bücher, Schmuck) oder eine Dienstleistung erbringen zu müssen (z.B. Ablesen von Zählerständen, Überprüfen von technischen Geräten, Störungsbeseitigung). Täter treten gelegentlich als angebliche Polizeibeamte (auch in Dienstkleidung!) auf, um ungehindert eingelassen zu werden. Sie setzen einerseits auf (vorgetäuschte) Autorität, zum anderen wird „ein gutes Geschäft“ vorgegaukelt, oder -besonders schändlich- es wird die Hilfsbereitschaft der Opfer ausgenutzt. Immer wieder kommt es auch zu „aggressivem Betteln“.

So gab es kürzlich einen Zwischenfall in Illingen, bei dem ein 77-Jähriger Mitbürger Opfer einer körperlichen Attacke wurde, die mit einem Sturz tödlich endete. Zwei offensichtlich um Spenden bettelnde Frauen hatten den Mann in der Nähe seines Hauses attackiert, nachdem dieser sie auf ihr Verhalten angesprochen hatte. Leider hatte das aufmerksame Verhalten unseres Mitbürgers für ihn dramatische Folgen. Die Polizei rät deshalb in solchen Fällen: Informieren Sie sofort die Polizei über den Notruf 110, greifen Sie nicht selbst ein, bringen Sie sich nicht in Gefahr!

So schützen Sie sich vor Betrügereien an der Haustür:

  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung, auch nicht, wenn diese eine Notlage behaupten. Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, jemanden unangemeldet einzulassen. Auch vorgebliche Notlagen lassen sich oft ohne Betreten der Wohnung lösen. Es ist auch nicht unhöflich, jemanden vor geschlossener Tür warten zu lassen!
  • Auch Polizeibeamte haben nur sehr eingeschränkt das Recht, unaufgefordert Ihre Wohnung oder Ihr Haus zu betreten. Lassen Sie sich vorher den Dienstausweis zeigen und rufen Sie die Polizeidienststelle an, die den Beamten angeblich geschickt hat. Entnehmen Sie dazu die Telefonnummer aus eigenen Unterlagen.
  • Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen genau an, z.B. durch einen Türspion oder ein Fenster. Benutzen Sie eine Gegensprechanlage, wenn vorhanden. Überlegen Sie, ob die Installation einer Überwachungskamera möglich ist.
  • Öffnen Sie Ihre Tür immer nur mit vorgelegter Türsperre. Ist keine Sperre vorhanden, öffnen Sie nicht, sondern sprechen Sie durch die geschlossene Tür.
  • Sind Sie allein, dann bitten Sie z.B. einen Nachbarn hinzu oder bestellen Sie den Besucher zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.
  • Vereinbaren Sie mit Nachbarn, dass Sie sich gegenseitig beistehen, wenn Unbekannte an der Tür klingeln. Halten Sie dazu die Telefonnummern Ihrer Nachbarn immer griffbereit.
  • Kaufen Sie möglichst keine Waren von reisenden Händlern, schließen Sie keine Zeitungsabonnements ab, beauftragen Sie keine reisenden Handwerker mit Reparaturen. Sie haben zwar in solchen Fällen ein gesetzliches Recht innerhalb von 14 Tagen vom Vertrag zurückzutreten, dieses Recht wird aber von Kriminellen oft unterlaufen oder die Täter sind gar nicht mehr greifbar und Ihr Geld ist weg.
  • Beachten Sie, dass sich Service-Mitarbeiter zum Ablesen von Zählerständen o.ä. in der Regel vorher schriftlich ankündigen. Lassen Sie sich auch hier den Ausweis zeigen. Sollte jemand Vorhandensein und Funktion von Rauchmeldern kontrollieren wollen, denken Sie daran, dass es bezüglich einer solchen Kontrolle bisher keine gesetzliche Regelung gibt.
  • Nehmen Sie von angeblichen Paketdiensten keine kostenpflichtigen Pakete für Nachbarn an, es sei denn, der Nachbar hätte dies vorher mit Ihnen explizit vereinbart.
  • Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch energisch: Sprechen Sie laut mit ihnen oder rufen Sie um Hilfe.
  • Informieren Sie sofort die Polizei über den Notruf 110, wenn Ihnen Personen und/oder die Art und Weise der Kontaktaufnahme verdächtig vorkommen.

Alles Gute, bleiben Sie sicher!